„Herz und Kopf sollten immer Freiheit haben“ Fanny Kant, Autorin _ Station bei Bachmann_Wien 30.8.2020

Orte sind wichtig. Sie können Geschichten erzählen. Da ist viel Kraft. Viel Anziehung oder auch Ablehnung. Ich schaue bei Orten immer genau hin. Etwa hier zum Fenstersims oder diese Taube am Weg. Ich liebe diese Besonderheiten eines Ortes.

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In Wien schätze ich etwa den Arkadenhof und Brunnen im Palais Harrach sehr. Schönheit, Ästhetik, Ruhe. Das ist ein besonderer Ort für mich.

Velden am Wörthersee ist für mich auch so ein „Kraftplatz“ des Rückzugs und der Stärkung. Die Wege, die Natur, das ist mir sehr vertraut und ich schätze dies sehr.

Ich bin in Wien und Kärnten aufgewachsen. Beides ist für mich Heimat, Herkunft. Das Hier und Jetzt ist aber das Wichtige, Wesentliche. Wohin der Weg führt. Weiter führt. 

 

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Worte sind genauso wichtig wie Orte. Auch sie haben viel Kraft. Können trösten wie verletzen. Da liegt auch viel Verantwortung für uns Menschen. Wie bei Orten. Es geht um Respekt, Rücksicht, auch um bewahren.

 

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Sprache in all ihren Möglichkeiten von Ausdruck und Ansprache, etwa auch von Hilfe, kommt leider immer mehr in Vergessenheit. Menschen sprechen weniger miteinander und sie wissen oft nicht mehr wie sie sich ausdrücken sollen in Worten, Sätzen, der Welt der Sprache an sich.

Ich selbst schätze Sprache sehr und gehe sehr bewusst und vorsichtig damit um. Ich sage nicht so schnell etwas, sehe lieber einmal hin. Nicht alles muss kommentiert werden.

 

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In der modernen Kommunikation wird heute oft vergessen, dass auf der anderen Seite auch ein Mensch sitzt. In der Anonymität wird das Wort dann auch leider immer wieder zum Instrument der persönlichen Verletzung. Das hängt auch viel mit Erziehung, Gespräch zusammen. Der Respekt vor dem Menschen ist ganz wichtig. Das vergessen Menschen heute so schnell.

Der Hass im Netz wurzelt in der Unzufriedenheit mit sich selbst, dem eigenen Leben und dies wird nach außen projiziert. 

 

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Schreiben ist alles für mich. Ich habe immer schon geschrieben. Schreiben ist Phantasie, das Öffnen eines Fensters in eine andere Welt. Und dieses Fenster kann ich öffnen wann und wie ich will.

Schreiben und lesen war vom frühesten Zeitpunkt an ganz wichtig. Ich habe gelesen und gelesen. Bücher um Bücher. Diese Begeisterung ist bis heute geblieben. Ich lese überall. In der U-Bahn muss ich allerdings aufpassen, um den Ausstieg nicht zu verpassen.

Die Genres sind dabei sehr vielfältig. Von Paolo Coelho bis Georg Orwell. Ich lese immer wieder gerne Klassiker. Diese sind immer aktuell. Ich lese auch gerne Lyrik, etwa Rilke. Oder auch die poetry slammerin Julia Engelmann.

Schreiben ist der Blick ins Freie. Der Spalt in der Wand. In allem.

 

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Es ist wichtig am Lebensweg nach Vorne zu blicken. Herkunft, Geschichte ist wichtig aber die Gegenwart ist Aufgabe und Ziel. 

Herz und Kopf sollten immer Freiheit haben.

Selbst Gedanken machen! Nicht das Vorgekaute essen.

 

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Ich weiß bis heute sehr genau was ich will. Irrungen und Wirrungen gehören natürlich dazu. Diese sind ja oft Wegweiser.

Es gibt heute so viele Zurufe dieses oder jenes zu tun, zu sein, zu werden. Am Besten nicht darauf hören.

Worte helfen am Weg. Immer. Gesprochene. Gelesene.

Selbstbewusstsein und das Wissen, ich bin als Frau nie allein.

 

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 Wege abseits von Standards stören mich nicht.

 Am Besten ist es, jemanden zu finden, der mit einem den Weg geht.

 

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Das Suchen, Fragen nach sich selbst im Roman „Malina“ bleibt auch heute aktuell, es ist menschlich, zeitlos.

 Sich verlieren, sich suchen und hoffentlich sich finden.

 Lebenssuche ist sehr individuell. Es ist Lebenssehnsucht. Es ist mehr als eine Affäre.

 

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Wissen wer ich bin. Nur das ist der Weg zum happy end. Scheitern gehört dabei dazu. Suche. Versuchen. Immer wieder versuchen. Ohne Fehlversuche gebe es wohl kein Feuer.

Worte, klare Worte eröffnen Wege. Gerade auch neue Wege.

Die Wahrheit muss immer zumutbar sein. Die Wahrheit vor, in und hinter der (stummen) Wand. Der eigenen und der anderen. 

Ich bin eine starke Frau. Wir Frauen können alles.

 

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Lieben und Liebe zulassen können. Keine Angst davor zu haben.

Bauchgefühl ist ganz wichtig.

Liebe auf den ersten Blick – JA!  Der Liebe gegenüber nie verschlossen sein.

 

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Station bei Bachmann _ Fanny Kant _ Autorin, Bloggerin 

https://www.diedrittefrau.at/steckbrief/

 

Interview und alle Fotos _ Walter Pobaschnig 8_20.

https://literaturoutdoors.com

 

 

 

 

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