„Wir benötigen Perspektiven auf Arbeitsmöglichkeiten“ Chris Pichler, Schauspielerin_Wien 30.7.2020

Liebe Chris, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf richtet sich nach dem was zu tun ist, oder ich mir zu tun suche. Ich habe mir da eine gewisse Disziplin angewöhnt, mir selber eine Struktur zu schaffen, sollte ich sie von aussen nicht bekommen, das hat mir jetzt sehr geholfen.

 

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir uns und die anderen schützen und indem wir uns nach wie vor an die Abstands- und Hygieneregeln halten. Betriebe im Umfeld unterstützen, regionale Produkte kaufen, Urlaub im eigenen Land um die Betriebe zu unterstützen. Wir benötigen Perspektiven auf Arbeitsmöglichkeiten und damit wieder die Würde zurück zu bekommen die eigenen Fähigkeiten auszuüben und auch damit Geld verdienen zu können.

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Film, dem Theater und der Kunst an sich zu?

Ein Ort des Analogen und der Begegnung zu sein, wo wir mit allen Sinnen erleben und spüren und durch das Spüren Mut bekommen neue Wege zu erkennen und zu gehen. Theater und Kunst im weitesten Sinn stellt gesellschaftliche Verhältnisse zur Diskussion und kann uns unseren Stand darin bewusst machen- Es klopft Gegebenheit, Gewohnheiten, gesellschaftliche Normen auf ihre Tauglichkeit ab, weist auf Ungereimtheiten und Ungerechtigkeiten hin, bringt uns zum Denken und Lachen, bietet Abstand zum Alltag durch hochdramatisches oder höchst unterhaltendes.

 

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Was liest Du derzeit?

Im Grunde gut– eine neue Geschichte der Menschheit. Rutger Bregmannn, einer der jungen Denker Europas, stellt darin die radikale These auf, dass nicht Argwohn und Egoismus den Fortschritt der Menschheit ermöglichen, sondern  Vertrauen und Kooperation.

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Puh mit Sprüchen tue ich mir schwer. Aber Fragen habe ich viele, die mich anregen zum handeln. Könnte diese Zeit auch eine Chance beinhalten, dass wir als Gesellschaft mit dem Vorhandenem (bereits Erwirtschaftetem) zufrieden sein können und nicht noch mehr Wachstum nötig ist? Können wir in diesen  massiven  gesellschafts-gesundheits-politischen Veränderungen auch eine Möglichkeit für Innovation und Verbesserungen unserer Lebensformen erkennen – in eine Richtung die für mehr Menschen Gleichberechtigung und Arbeitsmöglichkeiten schafft? Können wir uns der Natur in Achtsamkeit nähern und mit ihr in einen Kreislauf des Gebens und Nehmens von Ressourcen kommen? Könnten uns die anderen so wichtig sein, dass wir auch kleine Einschränkungen auf uns nehmen, damit wir sie schützen?

 

Vielen Dank für das Interview liebe Chris, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen vielfältigen Theater-, Schauspielprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Chris Pichler, Schauspielerin

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Fotos: privat

 

13.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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