„Wir können mit unserer Kunst die Menschen wieder zum Träumen bewegen“ Melanie Leyendecker, Schauspielerin_ München 17.7.2020

Liebe Melanie, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich schlafe jetzt länger, da die Schule später beginnt, also sehr entspannt mit Frühstück mit den Kindern und dann entweder Homeschooling oder Schule/Kindergarten. Danach meditiere ich oder mache Yoga. Dann setze ich mich an den Rechner und schreibe weiter an meinem Projekt und recherchiere den aktuellen Produktionsspiegel und was gerade im TV, Streaming oder Kino läuft.

Melanie Leyendecker _ Foto _Alan Ovaska

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir aufeinander Acht geben, Respekt haben und Empathie zeigen. Einfach mal versuchen, mein Gegenüber zu verstehen und mich in ihn hineinzuversetzen, höflich sein, freundlich sein. Anderen Erfolge gönnen und sich für sie freuen. Nicht immer nur an sich selbst denken.

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Kunst an sich zu?

In der Krise zeigt der Mensch sein wahres Ich. Viele haben persönliche Abgründe und Abscheulichkeiten aber auch wundervolle neue Seiten an sich selbst und dem direkten Umfeld erlebt. Wir Künstler können mit all diesen Seiten anfangen zu spielen, sie weiterentwickeln in Zukunftsszenarien, sie neu interpretieren, die Gegenwart neu schreiben und erspielen.

Wir können mit unserer Kunst die Menschen wieder zum Träumen bewegen, sie für eine kurze Zeit aus ihrem anstrengenden, sonderbaren Alltag herausholen und in eine andere Realität versetzen. Sie glücklich machen, zum Nachdenken anregen und den Moment der Realität vergessen lassen. Das ist unsere Aufgabe, das ist unser Talent, deshalb gibt es uns alle.

 

 

Was liest Du derzeit?

„Das achte Leben“ Nino Haratischwili

 

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Wenn Inneres sich bewährt, ist Gutes zu erkennen.

Es ist zu würdigen, von Menschen zu benennen,

ist anwendbar, wie sehr die Menschen widerstreben

Es ist zu achten,

nützt

und ist nötig in dem Leben.

“ Das Gute“ Friedrich Hölderlin

 

Vielen Dank für das Interview liebe Melanie, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Film-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Melanie Leyendecker, Schauspielerin

http://www.melanieleyendecker.com/index.php

Foto_Alan Ovaska

8.7.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

 

 

 

 

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