„Zukunftsbilder erschaffen, welche in uns Freude und Aufregung erzeugen“ Christina Wuga, Schauspielerin_ St.Veit/Glan_2.7.2020

Liebe Christina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bewege mich zwischen produktiv sein dürfen/wollen/müssen und den Tag
kommen lassen. Suche hier den richtigen Groove für mich – vergebens :-). Das ist
herausfordernd und schön zu gleich. Im Theater richtig losgehen wird es für
mich erst wieder mit der nächsten Produktion Anfang September. Zur Zeit
schreibe ich mit einem wunderbaren Schauspielkollegen zusammen an einem
Theaterstück über Sexualität. Es ist ein Herzensprojekt. Die Recherchen dazu
machen Lust auf mehr :-))

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Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Dass wir nicht zur Normalität zurückkehren. Sondern wir die Erfahrungen der
letzten Wochen in uns – so groß oder so klein sie auch zu scheinen mögen –
wirken lassen, spüren und mitnehmen. Vielleicht sind es Erkenntnisse darüber,
was einem wirklich wichtig ist, auf was man verzichten konnte, was einem
gefehlt hat, oder überraschenderweise gar nicht gefehlt hat, was man für sich
entdeckt hat und ob und was man verändern möchte. Dass wir uns die Frage
stellen, wie wir wirklich leben wollen. Ich hoffe so sehr, dass diese Zeit etwas in
uns berührt hat, was in uns weiterwurzeln wird.

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Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und
persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt
dabei dem Theater, dem Film, der Kunst an sich zu?

Dass wir mehr denn je Verantwortung für unser Denken, Handeln und Fühlen
übernehmen. „Sei du die Veränderung, die du dir wünscht für diese
Welt“ (Mahatma Gandhi). Und wir nie aufgeben in Verbindung, in
Kommunikation zu bleiben, uns gegenseitig versuchen zu verstehen, zu
erkennen und akzeptieren, dass es DIE Wahrheit nicht gibt. „Kunst ist die Magie,
befreit von der Lüge, Wahrheit zu sein.“ (Theodor W. Adorno)
Ich würde mich freuen, wenn wir durch gute Lebensfragen auf, vor und hinter
der Bühne, den Geist dehnen und Zukunftsbilder erschaffen, welche in uns
Freude und Aufregung erzeugen. Ich glaube, dass ist die schönste Motivation
einen Weg zu gehen.

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Was liest Du derzeit?

Die Vagina-Monologe von Eve Ensler.

 
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Zu empfinden, was ich sehe, zu geben, was ich empfinde, macht für mich mein
Leben als Künstlerin, als Mensch aus. (angelehnt an Max Klinger).

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Vielen Dank für das Interview liebe Christina, viel Freude und Erfolg für alle Schauspiel- und Theaterprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Christina Wuga, Schauspielerin, Regisseurin

https://literaturoutdoors.com/treffpunkte/

 

 

19.6.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

Fotos_Christina Wuga in „Drei Wege zum See“ Ingeborg Bachmann outdoors_ 2019_alle Fotos_Walter Pobaschnig

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