„Werte müssen überdacht und neu definiert werden“ Martina Clavadetscher, Schriftstellerin, Schweiz_19.5.2020

Liebe Martina, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Nicht viel anders als sonst, ich stehe auf, arbeite, lese, recherchiere und schreibe; die öffentliche Seite meiner Arbeit fällt nun weg, die Reisen, die Auftritte bzw. die Theaterbesuche; die Abende verbringe ich jetzt eben zu Hause, lesend oder ich schaue Filme und Serien.

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Geduld, Vernunft. Und ein Umdenken, das gilt für die Individuen wie auch für die gesellschaftlichen und politischen Systeme. Werte müssen überdacht und neu definiert werden; persönlich hilft es, neue Pläne zu schmieden, damit wieder Perspektiven entstehen, wobei das Gefühl der Unsicherheit und Unzuverlässigkeit sehr lähmend sein kann, muss ich zugeben.

 

 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur zu?

Literatur ist langsam, Fiktion braucht eine Distanz zur Aktualität, eine Weite zur Wirklichkeit, alles andere ist Dokumentation. Dennoch soll Literatur ihre Finger auf die Wunde legen und erzählen, darüber erzählen, darunter, dahinter, alles verdrehen und in neue Formen gießen.

 

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Was liest Du derzeit?

Verschiedenes; Jean Baudrillard – Das radikale Denken, und Erzählungen von Edgar Allan Poe.

 

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Das Ziel der Schreibkunst ist es, ihren Gegenstand zu verfremden, ihn zu verführen, ihn vor seinen eigenen Augen verschwinden zu lassen.

Jean Baurdillard. Das radikale Denken.

 

Vielen Dank für das Interview liebe Martina, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater- und Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen: 

Martina Clavadetscher, Schriftstellerin, 

Startseite

 

8.5.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

Foto_Lesung Bachmannpreis 2018 _ Walter Pobaschnig

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