„Mut“ 50 Jahre Bachmannpreis _ Ingrid Puganigg, Schriftstellerin _ Höchst/AT 11.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Ingrid Puganigg, Bachmannpreisnominierte 1986

Im Interview _ Ingrid Puganigg, Schriftstellerin _ Höchst (Vorarlberg)

Bachmannpreisnominierte 1986

Preis des Landes Kärnten

Liebe Ingrid, Du hast 1980 und 1986 am Bachmannpreis in Klagenfurt dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum teilgenommen. Was sind spontan erste Erinnerungen?

Wollte damals vor der Lesung mit niemandem reden. Eine Person kam auf
mich zu. Nannte mich vor allen Leuten arrogant.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Aus schwachen Texten lernen.

Wie hast Du deine Lesung und die Jurydiskussion erlebt?

Lebhaft.

Wie hat sich Dein Preisgewinn für Dein weiteres Schreiben ausgewirkt?

Schulden bezahlt.

Was braucht der Bachmannpreis an Weiterentwicklung für eine gute Zukunft?

Kritik. Spontaneität. Komik. Durcheinanderreden.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Mut.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Ingrid Puganigg, Schriftstellerin

Zur Person: Ingrid Puganigg (eigentlich I. Roth-Kapeller), Schriftstellerin, geb. am 21. 1. 1947 in Glaisen (Kärnten). Puganigg absolvierte eine Lehre zur Drogeristin, die sie jedoch abbrach. Sie arbeitete in verschiedenen Berufen, u. a. als Werbetexterin und Foto-Graveurin. Seit 1962 lebt sie in Höchst (Vorarlberg). 1978 gab sie ihr literarisches Debüt mit dem Gedichtband Es ist die Brombeerzeit die dunkle. Ihr 1980 mit dem Ingeborg-Bachmann-Preis ausgezeichnetes Prosadebüt Fasnacht (1981), wurde 1985 von Beate Kurt unter dem Titel Martha Dubronski verfilmt, wobei Puganigg auch die Hauptrolle spielte.

Ingrid Puganigg in „Martha Dubronski“

Zu ihrem sprachkritischen Werk, mit dem sie gegen eine „verpsychologisierte Welt“ in der „alles in eine Begrifflichkeit eingesperrt“ sei, Widerstand leisten möchte, zählen die Romane La Habanera (1984), Laila. Eine Zwiesprache (1988) und Hochzeit. Ein Fall (1992). Puganigg erhielt das Staatsstipendium für Literatur (1977), den Bodensee-Literaturpreis (1983) sowie den Preis des Landes Kärnten im Rahmen des Ingeborg-Bachmann-Wettbewerbs (1986) und wurde mit dem Preis für die beste Darstellerin beim Filmfestival von San Remo (1985) ausgezeichnet.

Österreichische Nationalbibliothek/Literaturarchiv Nachlassverzeichnis – I. Puganigg   3.6.26

Bachmannpreis

Bachmannpreis 1986

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann, Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Fotos: Ingrid Pugganig_ privat.

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachman

Foto: Bachmannpreis/Woche der Begegnung Klagenfurt _ H.G.Trenkwalder

Fotos: Bachmannpreis/ORF Studio_ Klagenfurt/Rathaus _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 3.6.2026

https://literaturoutdoors.com

Hinterlasse einen Kommentar