„Geht alle hin, für mindestens weitere 50 Jahre“ _ 50 Jahre Bachmannpreis _ Perikles Monioudis, Schriftsteller _ Zürich 5.6.2026

50 Jahre Bachmannpreis _

Tage der deutschsprachigen Literatur Klagenfurt

Perikles Monioudis, Bachmannpreisnominierter 1995

Im Interview: Perikles Monioudis, Schriftsteller, Verleger _ Zürich

Bachmannpreisnominierter 1995

Lieber Perikles, Du hast am Bachmannpreis in Klagenfurt, dem größten und reichweitenstärksten Literaturwettbewerb im deutschsprachigen Raum, teilgenommen. Was sind spontan Deine ersten Erinnerungen?

Ich war 1995 dort, also vor mehr als 30 Jahren. Es war eine andere Welt. Die Texte dockten noch einigermaßen an die deutsche Nachkriegsliteratur an, Gruppe 47 und Folgejahrzehnte, die Kritik war rigide und unverblümt selbstgefällig, die Jury überaltert.

Was macht das Besondere des Bachmannpreises aus?

Die Begegnungen.

Wie hast Du Deine Lesung, die Jurydiskussion und die Preisverleihung erlebt?

Hm, als abgekartetes Spiel, aber das war ok so.

Was braucht der Bachmannpreis für eine weitere gute Entwicklung?

Diversität, Inklusion, Tiefe.

Was möchtest Du aktuellen Teilnehmer:innen, der Jury und dem Publikum in Klagenfurt mitgeben und dem Bachmannpreis zum 50er wünschen?

Geht alle hin, für mindestens weitere 50 Jahre.

Herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

Perikles Monioudis, Schriftsteller

Zur Person: Perikles Monioudis, 1966 in Glarus/Schweiz geboren, promovierte an der Universität Zürich in Kulturwissenschaft und lebt nach zwölf Jahren in Berlin mit seiner Familie wieder in Zürich. Für seine vielfach übersetzten zwanzig Romane und Erzählbände («Land»,«Palladium», «Eis», «Frederick», «Die Forstarbeiter am Bergrand» u.a.) wurde er zahlreich ausgezeichnet, so mit dem Conrad-Ferdinand-Meyer-Preis.

Perikles Monioudis

Aktueller Roman von Perikles Monioudis:

Der tiefblaue Traum, Monioudis, Perikles_Roman, Rimbaud Verlag

Ein Liebesroman, ein Unternehmerroman: Die Kunst hat ihren großen Platz in diesem klug erzählten, beziehungsreichen Roman, dessen Handlung in Zürich, Berlin, Boston und in China angesiedelt ist. Ein junger Mann und eine junge Frau, Aimée, Tochter eines bekannten Kunstmalers, ziehen am Ende der 1980er-Jahre einen florierenden Computerhandel mit PC-Clones aus Fernost auf. Sie betreiben den Handel nach den Regeln des Handwerks, verkaufen ihre Ladenkette dann aber doch, um Kunst zu sammeln und die bedeutende Privatsammlung des Kunstmalers zu betreuen. Die beiden gehen später fest davon aus, dass die Maschinen in hundert Jahren alles übernommen haben werden und die einzige Möglichkeit, etwas Menschliches hinüberzuretten, darin besteht, jetzt Kunst zu sammeln, die nicht maschinenlesbar ist. Kunst also, die auch von den Künstlern selbst nicht verstanden wird – so wie die Liebe.

Ein hinreißender Roman über sich wandelnde Haptik, sich verändernde Träume und die stete Suche nach dem Eigentlichen. (Pressetext Verlag)

312 S., broschiert, 2024

ISBN 978-3-89086-944-5

€ 34 ,-

Bachmannpreis

1976 wurde nach einer Idee und auf Initiative des Autors und Journalisten Humbert Fink (* 13.8.1933 Salerno/I +16.5.1992 Maria Saal/Kärnten) und des damaligen Intendanten Ernst Willner ORF/Kärnten in Klagenfurt ein Literaturwettbewerb gegründet, dessen Hauptpreis nach der in Klagenfurt geborenen und begrabenen Schriftstellerin Ingeborg Bachmann (*25.6.1926 Klagenfurt +17.10.1973 Rom) benannt wurde.

Ingeborg Bachmann Rom 1962

Der erste Bachmannpreisträger war 1977 Gert Jonke. Die aktuelle Preisträgerin 2025 ist Natascha Gangl.

Im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt werden ebenso weitere Literaturpreise vergeben – Deutschlandfunk Preis, 3sat Preis, Carinthischer Sommer Stipendium, BKS Publikumspreis.

Der Bachmannpreis, Tage der deutschsprachigen Literatur, findet jährlich Ende Juni/Juli in Klagenfurt statt.

Foto: Perikles Monioudis _ (c) dtv

Foto: Ingeborg Bachmann _ Heinz Bachmann

Fotos: Bachmannpreis/ORF Studio_ ORF Garten _ Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig, 4.6.26

https://literaturoutdoors.com

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