„Wir müssen uns von Gewohnheiten lösen“ Michaela Baumgartner, Schriftstellerin _ Wien 16.1.2023

Liebe Michaela, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wenn ich nicht in der Agentur arbeite mache ich am Morgen so oft wie möglich Sport, dann geht’s los: recherchieren, plotten oder schreiben. In meinen aktiven Schreibphasen verlasse ich den ganzen Tag über kaum meinen Schreibtisch. In diesen Wochen und Monaten vernachlässige ich Freunde und Familie. Danach bin ich ganz verwundert, dass überhaupt noch jemand da ist. Es gibt tatsächlich Beziehung und Freundschaften, die das aushalten.

Michaela Baumgartner, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Besonnenheit, Verständnis, Toleranz und Bewusstsein.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wir müssen uns von Gewohnheiten lösen, von vielen scheinbaren Bequemlichkeiten verabschieden. Das wird niemandem leichtfallen, weil auch Verzicht damit Hand in Hand gehen wird. Aber wahrscheinlich werden wir irgendwann erkennen, dass dieses neue Leben für alle nicht nur mehr Fairness und Ausgewogenheit, sondern mehr Glück und Freude beinhaltet.

Aufgabe der Literatur, der Kunst an sich ist es wie immer, voranzugehen, dieses neue Bewusstsein zu lancieren.

Was liest Du derzeit?

Einen Klassiker, nämlich Hermann Hesses „Narziß und Goldmund“.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Es kommen härtere Tage.

Die auf Widerruf gestundete Zeit

wird sichtbar am Horizont.“

aus Ingeborg Bachmann, „Die gestundete Zeit“

Vielen Dank für das Interview liebe Michaela, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Michaela Baumgartner, Schriftstellerin

Zur Person_Michaela Baumgartner studierte Geschichte, Germanistik und Kommunikationswissenschaften an der Universität Wien. Die promovierte Historikerin war als Sachbuch-Lektorin, Kommunikationstrainerin und freie Journalistin bei verschiedenen Tageszeitungen und Magazinen und schließlich in einer Agentur für Öffentlichkeitsarbeit und Corporate Publishing in Wien tätig. Mit ihren Romanen gelingt es der gebürtigen Oberösterreicherin und gelernten Buchhändlerin, das traditionsreiche Genre des englischen Regency-Romans um eine österreichische Variante zu bereichern.

Kommende Neuerscheinung_

DER BLUMENKAVALIER_Sehnsucht im Palais 8.2.2023

https://www.gmeiner-verlag.de/buecher/titel/der-blumenkavalier.html

Foto_Rudolf Kremaier

20.12.2022_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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