„Tanz als Begegnungsort, Tanz als Sprache ohne Landgrenze“ Gisela Elisa Heredia, Tänzerin und Choreografin _ Wien 14.4.2022

Liebe Gisela Elisa, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mmhh…gute Frage, das ist jede Woche und jeden Monat anders. Gerade jetzt, stehe ich früher auf, bereite ich meine Proben vor – natürlich mit ein bisschen Frühstück- und gehe in die Proben für ein paar Stunden.

Ende letzten Jahres spazierte ich etwa durch die unbekannte Stadt (Timisoara, Rumänien) und ließ die Gedanken zu der Probe durch meinem Kopf fließen. Anschließend kam ich nach „Hause“ und die Gedanken flossen weiter … ich hörte Musik oder schrieb Ideen für die nächste Probe auf…

Jetzt bin ich wieder in meiner zweiten Heimat Wien…

Gisela Elisa Heredia, Tänzerin und Choreografin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich weiß nicht ob ich für alle sprechen kann aber ich spüre, dass die meisten von uns ihr normales Leben wieder zurückhaben wollen. Ein Leben, in dem wir nicht so viele Verbote haben, eines in dem wir uns wieder normal begegnen können. Die meisten Leute vermissen dieses Gefühl einer normalen Berührung ohne Angst. 

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Tanz, der Kunst an sich zu?

Ja, ich warte auf diesen Aufbruch aber ich glaube eigentlich sind wir schon mittendrinnen. Das Spannende ist, was wir alle mit dieser neuen Ära machen, wie können wir gemeinsam diese Ära leiten und so entwickeln dass es für uns gut ist? Wesentlich für mich ist, dass man sich nicht von Banalitäten treiben lässt und dem Neubeginn die Hand gibt, um auch mit dieser neuen Ära mitzugehen.

Im Tanz würde ich sagen, dass es jetzt noch wichtiger wie sonst ist, zu zeigen was Tanz schon immer war: eine Kunst, die biologisch gesehen auch durch die Zellen geht, die den Kreislauf in Bewegung bringt und somit auch dem Körper und Geist ein sehr qualitatives Leben schenkt. Tanz als Medium der Freiheit, Tanz als Begegnungsort, Tanz als Sprache ohne Landgrenze…so glaube ich sollten wir den Tanz wieder neu entdecken, gerade in Zeiten wie diesen. Kunst ist für mich auch ein Spiegelbild unseres Daseins, unserer Natur und unserer Gesellschaft. Vielleicht sollten wir manchmal öfter überlegen, welches Spiegelbild wir eigentlich sehen wollen.   

Was liest Du derzeit?

Zur Zeit lese ich Hermann Hesse „Auf dem Rad“ , das ich eigentlich in Form einer Lesung zuhause betreibe. Ich lese sehr gerne laut für andere…

Noch lese ich den „Lumpenroman“ von Roberto Bolan(i)o.  Beide wunderbare Bücher.

Und viel Fachliteratur für meine neue Ausbildung im Medizin Bereich.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Machen wir aus jeder schwierigen Situation eine neue Herausforderung.

„Ganz gleich, wie beschwerlich das Gestern war, stets kannst du im Heute von Neuem beginnen“.

Buddha

Vielen Dank für das Interview liebe Gisela Elisa, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Tanz-, Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Gisela Elisa Heredia, Tänzerin und Choreografin

Foto_Christian Ariel Heredia.

28.11.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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