„Vielfalt als bereichernden Wert schätzen“ Roberta Cortese, Schauspielerin, Theatermacherin_Wien 11.10.2021

Liebe Roberta, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Kaffee, Chanten, Spaziergang mit den Hunden, ein wenig Yoga, wieder Kaffee, dann kann die Arbeit beginnen: E-Mails erledigen, schreiben und planen, meistens am Computer – bis die Zeit reif ist, mit dem Geschaffenen auf die Bühne zu gehen. Und wenn abends kein Theater ist, gemütlich mit meinem Mann essen, bei einem Glas Wein und einem guten Film oder auch einer Fernsehserie. Man lernt immer noch etwas dazu.

Roberta Cortese 2020 _ Schauspielerin, Theatermacherin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Uns nicht zu verlieren und Dialog eine Chance zu geben. Hinhören, zuhören, immer versuchen, anderen mit Respekt und Mitgefühl gegenüberzustehen, auch wenn man anderer Meinung ist, damit keiner auf der Strecke bleibt. Und lernen, Einheit in der Vielfalt zu finden, Vielfalt als bereichernder Wert zu schätzen.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Kunst an sich zu?

Für mich sind Theater und Kunst immer schon ein kräftiges Mittel gewesen, vor allem soziale Dynamiken kritisch anzugehen, auch wenn man scheinbar von etwas anderem erzählt. Man soll verkrustete Denkweisen in eine neue Perspektive setzen, dann kann man sie mit neuen Augen betrachten.

Sex, Lügen und Odysseus_Szenenfoto _
Roberta Cortese in szenischer Lesung als Nausikaa, eine Sirene und Polyphem.
 

Was liest Du derzeit?

Auf meinem Nachtkästchen steht Homers Odyssee – die ich zum hundertsten Mal lese, aber diesmal in der englischen Übersetzung von Emily Wilson, ein Meisterwerk der Lyrik an sich. Gleichzeitig lese ich aber viele anderen Texten für meine aktuelle Recherche über Autorinnen, die eben die Odyssee neu erzählen: darunter viel Lyrik, aber auch Romane und Essay. Und ganz oben auf meiner Liste steht zurzeit natürlich Sex, Lügen und Odysseus der Britin Judith Kazantzis, ein poetic drama, das ich am 18.10. und 7.11. in der TheaterArche als szenische Lesung mit Musik präsentiere (Infos darüber hier).

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

In diesem Sinne, der allerletzte Satz aus dem Monolog die letzte odyssee von Miroslava Svolikova, den ich gerade das Glück habe, in der TheaterArche Produktion Odyssee 2021 zu sprechen: „der weg ist nie zu ende“. Also Ärmel hoch.

Vielen Dank für das Interview liebe Roberta, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Roberta Cortese – Schauspielerin und Theatermacherin

Fotos_Portrait_Larryy RR Williams; Produktion_Roberta Cortese.

4.10.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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