„In der Kunst- und Kulturbranche wünsche ich mir mehr Zusammenhalt“ Valentin Werner_Regisseur_Wien 8.10.2021

Lieber Valentin, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Aktuell wie der normale Theaterwahnsinn kurz vor der Premiere meistens aussieht. Morgens oder Abends Durchlaufproben und zwischendurch noch kleinere Sachen wiederholen, Kritik besprechen, Licht einrichten und Nachts dann noch drüber nachdenken. Wir haben diesen Samstag, 9. Oktober Premiere mit „Die Hexen von Eastwick“ im Theater Westliches Weinviertel und da ist noch einiges zu tun. Aber ich habe das Glück mit einem ganz tollen, unaufgeregtem und mir vertrauendem Ensemble und Team zu arbeiten. Und auf den letzten Metern entsteht ja immer noch am meisten. Es bleibt spannend!

Valentin Werner_Regisseur, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Nach der schweren Zeit für alle Kulturmacherinnen, wo wir viel Zeit mit uns selbst verbracht haben, müssen wir wieder zueinander finden. Das gilt für die Zusammenarbeit bei Projekten genauso wie für uns als Gesellschaft. Niemand hat etwas von egoistischem Verhalten und unnötigen Kontroversen.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Kunst an sich zu?

Kunst kann verbinden und die Gemeinschaft stärken. In der Kunst- und Kulturbranche wünsche ich mir aber auch mehr Zusammenhalt. Wir müssen Synergien schaffen und für alle die Situation verbessern. Dies betrifft die Freie Theaterszene genauso wie alle nicht komplett staatlich durchfinanzierten Kulturinstitutionen und Kulturmacherinnen.

Und ohne den Glauben, dass Kunst beziehungsweise Theater die Leute berührt und zum Nachdenken anregt, brauche ich nicht weiterzuarbeiten. Wir haben also gerade jetzt eine wichtige, riesengroße Aufgabe, mit der auch eine Verantwortung mit einhergeht.

Was liest Du derzeit?

„Tiere essen“ von Jonathan Safran Foer und als Gegenpol „Kitchen Confidential: Adventures in the Culinary Underbelly“ von Anthony Bourdain. Außerdem liegt noch die „Anleitung zum Unglücklichsein“ auf meinem Nachtisch, das ist ja ein Klassiker, auf den ich schon sehr gespannt bin.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Mich beschäftigt die Klimaerwärmung und unser eigenes Handeln sehr. In „Die Hexen von Eastwick“ sagt passenderweise der Teufel: „Menschen sind wahnsinnig!“ – Beweisen wir ihm doch das Gegenteil!

Die Hexen von Eastwick
nach dem Roman von John Updike _
tww-Eigenproduktion

https://www.tww.at/spielplan/die-hexen-von-eastwick

Vielen Dank für das Interview lieber Werner, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Theater-, Literaturprojekte und die kommende Premiere „Die Hexen von Eastwick“ wie persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Valentin Werner_Regisseur, Schriftsteller

http://www.valentinwerner.de/

Fotos_Porträt_Joshua Hartmann; Ensemble_Die Hexen von Eastwick_Matthias Karasek.

7.10.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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