„Die Zeit ist da, dass das Theater mit den neuesten Technologien zusammenwirkt“ Penny Black, Schriftstellerin_ London 23.4.2021

Liebe Penny, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Wir befinden uns seit dem 2. Dezember in Lockdown hier in England – einschliesslich Weihnachten. Daher tagtäglich: eine Mischung aus Bearbeiten und Abwarten. Bearbeiten von Theaterstücken für Radio oder ein Stück mit mehrfachen Besetzung auf ein Einpersonenstück. Abwarten auf immer wieder verschobene Premieren.  Im Detail: Aufstehen, eine Stunde chanten (bin Buddhistin), frühstücken (ich versuche im Lockdown das in Wien gelernte erste und zweite Frühstück auf einen einziges Frühstück einzuschränken!), vormittags schreiben, nachmittags übersetzen, abends kochen und viel viel Lesen. Ab und zu Netflix, Bett. Endlos wiederholen.

Penny Black_Schriftstellerin und Übersetzerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Durchatmen, Geduld praktizieren, denken und denken lassen, den Alltag geniessen, Freunde und Familie schätzen, sich Standhaftigkeit gestalten. So nach dem englischen Spruch: Keep Calm and Carry On, was eher banal klingt aber unter den jetztigen Umständen……..

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater, der Literatur, der Kunst an sich zu?

Von seiner Geburt an, wurde das Leben von William Shakespeare (1564-1616) in gefährlichem Aussmass von der Pest betroffen. Wiederholte Pestausbrüche führten zu wiederholten Theaterschliessungen, was wiederum dazuführte, dass zwischen 1606 und 1610 sein eigenes Theater nur neun Monaten offen hatte. In jener Zeit hat Shakespeare selbst einige seiner besten Theaterstücke geschrieben, darunter Macbeth, Antony und Cleopatra, Das Wintermärchen und Der Sturm. Ein exemplarisches Vorbild für AutorenInnen.

Ich bin kein echter Fan von gestreamten Theater, nichtsdestotrotz meine ich, dass wir das Wort Hybridität immer mehr hören und benutzen werden. Die Zeit ist da, dass das Theater doch mit den neuesten Technologien zusammenwirkt. Demnächst werde ich mit einer Videodesignerin zusammenarbeiten, und sehe schon jetzt wunderbare ästhetische und erzählkünstlerische Möglichkeiten vor mir.

Was liest Du derzeit?

Going to Meet the Man von James Baldwin (Kurzgeschichtensammlung), Homegoing von Yaa Gyaasi, Fierce Bad Rabbits von Clare Pollard.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Schwierigkeit hat nichts mit Tiefsinn zu tun, Schwierigkeit ist nicht gleich Kunst, und Unverständlichkeit an sich besitzt kein Wert.“

 Laxmi Prasad Devkota.(1909-59)

Vielen Dank für das Interview liebe Penny, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Theater-, Hörspiel-, Literatur- und Übersetzungsprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Penny Black_Schriftstellerin

Foto_Layla Murga.

27.3.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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