„Dass die Menschen direkt in Kunsterfahrungen involviert und sogar Teil von Kunstwerken sind“ Veronika Tzekova, Künstlerin, Graz 11.1.2021

Liebe Veronika, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich beantworte deine Fragen in einer zehntägigen, selbstüberwachten Heimquarantäne, also es ist nicht viel los. Alles spielt sich bei mir zu Hause und im meinem Kopf ab. Nicht genau das, was eine Künstlerin, die WITHandIN PUBLICandSPACE arbeitet, sich wünscht. Aufwachen, Einstellungsphase vom Träumen zum Nachdenken und Vorstellen mit viel Kaffee, weitermachen mit meiner täglichen Arbeit. Ich kümmere mich um die Bedürfnisse meiner laufenden Projekte, wie z. B. „syllaBLEndings“ und „SchAUGEnuss“, füttere meinen Blog und konzipiere einige zukünftige Projekte und Kooperationen, tägliche kreative Künstlerarbeit, Archivierung, Korrespondenz usw. Im Moment muss ich mich auch den Herausforderungen stellen, um den Einband für einen Gedichtband des bulgarischen Autors Vladimir Sabourin zu gestalten und ein künstlerisches Selbstporträt für IN SITU-European platform for artistic creation in public space zu erstellen. Wenn es schon dunkel ist, nehme ich meinen Afterwork-Drink. Der Rest ist privat.

Selbstporträt_Veronika Tzekova, Künstlerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Augen und die Analyse auf das große Gesamtbild, von dem wir ein Teil sind, zu richten und den Sumpf der Konzentration auf sich selbst zu verlassen.

Vielleicht bin ich eine Träumerin, aber ich finde es äußerst wichtig für die Menschheit, für jede einzelne Gesellschaft und jeden von uns, seine Werte zu überdenken und von hier aus einen neuen „contrat social“ und ein System zu schaffen, die der Natur und Menschlichkeit nicht widersprechen und sie nicht vernichten.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

In Zeiten wie diesen ist es mehr denn je entscheidend, dass die Menschen direkt in Kunsterfahrungen involviert und sogar Teil von Kunstwerken sind, dass sie nicht die Menschlichkeit verlernen und nicht die Fähigkeit, das Bedürfnis und die Lust zu denken, zu fühlen, zu hinterfragen und zu fantasieren verlieren.

Was liest Du derzeit?

Unter anderen:

Verschiedene Wörterbücher

Roland Barthes, „Le plaisir du texte“

Vladimir Sabourin, „Сънищата“

Charles Baudelaires, „Les Fleurs du Mal“

Giorgio Agamben, „Idea della prosa“

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Ich habe einige aktuelle Beispiele aus meinen Serien „CDoupbles“ und „syllaBLEndings“ ausgewählt:

Vielen Dank für das Interview liebe Veronika, viel Freude weiterhin für Deine großartigen Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute! 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Veronika Tzekova_Künstlerin

V e r o n i K A T Z E k o v a

Alle Fotos__Veronika Tzekova

4.1.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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