„Die Zeit drängt uns regelrecht, uns den schönen Dingen des Lebens zuzuwenden“ Ivana Kampus, Schriftstellerin_Tösching/Tesinja/K, 29.12.2020

Liebe Ivana, wie sieht jetzt dein Tagesablauf aus? 

Jeden Morgen ein guter Lupinenkaffee mit meinem lieben Mann, vormittags spiele ich mit meinen zwei im Hause wohnenden Enkelinnen. Ich koche sehr gerne und bereite „köstliche“ vegetarische Mahlzeiten für meine Großfamilie. Nachmittagsschläfchen, Kaffee, und dann geht mein Arbeitstag los: in diesen Tagen und Wochen übersetze ich slowenische Texte ins Deutsche. Mit Vorliebe widme ich mich der Lyrik, weil ich mich den AutorInnen meist sehr nahe fühlen kann.

Ivana Kampus, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

In diesen Tagen sollten wir lernen, uns des Lebens zu freuen. Ich meine, die Zeit drängt uns regelrecht, uns den schönen Dingen des Lebens zuzuwenden. Ob das die Musik ist, ein schönes Buch, das Kinderlachen, auch nur Banales wie Vogelgezwitscher oder Kreieren eines neuen Menus. Lebensfreude steht für mich an erster Stelle.

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Kunst kann die schöne Aufgabe haben, die Menschen zu erheitern, ihnen die    Schönheit des Lebens, der Natur, des Übernatürlichen näher zu bringen. Künstler sind mit der Phantasiewelt viel eher verbunden als Menschen, die mit Sorgen und Ängsten des Alltags leben und sich in tiefe Sümpfe der Verzweiflung ziehen lassen. Ich weiß, dass es auch Künstlern manchmal so ergeht. Aber nichtsdestotrotz bin ich überzeugt, dass wir direkten Zugang zur Freude, Schönheit, Lebensbejahung finden können, wenn wir es nur wollen.

Was liest Du derzeit?

Da habe ich ein wunderschönes, kostbares Buch vor mir, herausgegeben von Gabriele Russwurm-Biro mit dem Titel „Der Baum“, mit vielen bunten Ausflügen in die Natur, besinnliche, aufhellende, melancholische Texte und ebensolche Photos. Dann habe ich das Buch „Freedom – The End of the Human Condition” vor mir, Autor Jeremy Griffith, ein Australier, der die Misere erklärt, in der sich die Menschheit befindet, in englischer Originalsprache natürlich. Das ist ein Wälzer von fast 800 Seiten, schwer in der Hand zu halten, und doch überaus aufbauend, weil zukunftsweisend. Wir müssen nicht ewig leiden. Die Lösung ist … aber vielleicht nimmt der eine oder die andere dieses Buch selbst in die Hand.

Welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Unsere Gedanken sind kreativ. Helle Gedanken erschaffen eine helle Welt, und dunkle Gedanken …?

Vielen Dank für das Interview liebe Ivana, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Literaturprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Ivana Kampus, Schriftstellerin

Ivana Kampuš – Der Kärntner Schriftsteller Verband (kaerntner-schriftsteller.at)

Foto_privat.

19.12.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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