„Sich selbst und die Welt ein Stück zum Besseren wandeln, darauf kommt es an“ Anú Sifkovits, Schauspielerin_Wien 30.11.2020

Liebe Anú, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich habe versucht mir in dieser außergewöhnlichen Zeit eine Routine zu schaffen. Bin daran, wie ich gestehen muss, gescheitert und habe bemerkt, dass es nicht schlimm ist, in den Tag hinein zu leben und nichts zu tun, seinen Gedanken nachzuhängen und auch einfach mal nur „zu schaun“. Es gibt so viel Schönes zu entdecken, wenn man nur richtig hinsieht und bewusst wahrnimmt.

Abgesehen davon habe ich mich mit viel Yoga und vielen Spaziergängen abgelenkt, meine Katze gestreichelt, habe angefangen ein Theaterstück für Junges Publikum zu schreiben, mich auf Lesungen vorbereitet und arbeite viel im Tonstudio. Theaterproben und Vorstellungen sind leider gänzlich weggefallen.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Ich denke, dass jede Krise ein Anstoß zu einem Neubeginn ist. Was jeder Einzelne daraus macht und man sich selbst und die Welt ein Stück zum Besseren wandelt, darauf kommt es an.

Anú Sifkovits_Schauspielerin

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Die Menschen, die davor kein Auge für Kunst und keinen Platz für Theater hatten, denen wird die Kunst auch nicht fehlen. Den Anderen dafür umso mehr. Die Sehnsucht wird sehr groß sein und daraus kann nur Großes entstehen!

Was liest Du derzeit?

Ich lese gerade Agatha Christies „Dienstagabend Klub“, ich hatte vor kurzem bei der wunderbaren Maresa Hörbiger im Theater im Salon eine Lesung aus dem Buch und bin auf dem Krimigeschmack gekommen.  Außerdem lese ich zum gefühlten 1000. Mal den „Kleinen Prinzen“ – ein Buch, zu dem ich immer greife, wenn ich gerade etwas melancholisch bin.

Welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Da ich, wie schon gesagt, gerade den kleinen Prinzen vor mir liegen habe und alle natürlich das berühmte Zitat mit dem Herzen kennen – hier mein Lieblingszitat aus dem Buch, das wie ich finde, sehr gut in diese Zeit passt.

„Ich habe“, sagte der Fuchs, „die Farbe des Weizens gewonnen.“

Vielen Dank für das Interview liebe Anú, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Schauspiel- und Textprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an KünstlerInnen:

Anú Sifkovits, Schauspielerin

Foto_Robert Krenker

24.9.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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