„Nach Ende der Pandemie wird nicht alles besser werden, schon gar nicht von allein“ Petra Piuk, Schriftstellerin, 8.5.2020

Liebe Petra, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

So gegen 4:00 Uhr aufstehen. Schreiben. Schreiben. Schreiben. Frühstücken zu Mittag. Mit meiner Familie telefonieren. Mit Freundinnen und Freunden telefonieren. Schreiben. Eine Runde um den Block gehen, ein bisschen Yoga, tanzen. Also alles fast wie immer. Ich telefoniere nur viel mehr als sonst.

 

Petra Piuk

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Mitmenschlichkeit. Solidarisches Miteinander. Den Mut nicht verlieren. Und: weiterhin Abstand halten. Das ist für Menschen, die wie ich im gemütlichen Home Office sitzen, leicht gesagt. Das ist unmöglich für die Menschen in den völlig überfüllten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln. Man kann es nicht oft genug sagen, laut schreien: Leave no one behind.

 

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Kunst, Literatur kann gesellschaftliche Missstände aufzeigen. Der Gesellschaft einen Spiegel vorhalten. Ganz genau hinsehen. Hinhören. Ich mag Literatur, die schonungslos ist. Die mutig ist. Neue Formen findet. Risiken eingeht. Die in offenen Wunden bohrt. Literatur darf wehtun. Und nach Ende der Pandemie wird nicht alles besser werden, schon gar nicht von allein, ich befürchte eher das Gegenteil. Die Krise trifft die ohnehin schon sozial benachteiligten Menschen besonders hart. Es braucht dringend soziale Gerechtigkeit.

 

Was liest Du derzeit?

Mein Las Vegas-Manuskript, das ich in ein paar Tagen abgeben soll. Zeitungen. Schulaufsätze. Auf meinem Nachttisch stapeln sich die Neuerscheinungen, ich glaube nach der Manuskriptabgabe werde ich wieder die Zeit finden Romane zu lesen, besonders freue ich mich auf den Debütroman von Leona Stahlmann.

 

Welchen literarischen Impuls möchtest Du uns mitgeben?

Jetzt kann ich erleben, wer ich wirklich bin.
Lütfiye Güzel, dreh-buch

 

Vielen Dank für das Interview liebe Petra, viel Freude und Erfolg für Dein kommendes Buchprojekt und weiterhin für Deinen großartigen aktuellen Roman „Toni&Moni“ und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Petra Piuk, Schriftstellerin, 

Aktueller Roman: „Toni und Moni“ Kremayr&Scheriau Verlag 2017.

Taschenbuchausgabe „Toni&Moni“ Verlag Kein&Aber 2019

Petra Piuk

 

25.4.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

Foto_Petra Piuk

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