„Hoffnungsvoll und präsent bleiben – in Leben und Kunst“ Daniela Turner, Schauspielerin_Villach 12.4.20

Liebe Daniela, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin mit meinen zwei Jungs jetzt schon seit 2 Wochen in selbstgewählter Quarantäne in unserer zwar sehr gemütlichen, aber kleinen Wohnung. Wir haben vor allem am Vormittag einen sehr strukturierten Zeitplan, damit das „homeschooling“ gut funktioniert. Der Zeitplan ist wichtig, damit wir alle ein wenig kontrolliert bleiben. Wir kochen meistens gemeinsam und am Nachmittag ist Zeit für freies Spiel, gemeinsames Bewegen und Herumtollen und Kreatives. Als alleinerziehende Mutter bin ich noch ein bisserl mehr gefordert, da sich wirklich rund um die Uhr alles auf mich konzentriert und mir oft der Austausch mit einer anderen erwachsenen Person fehlt.

 

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Zusammenhalt im Sinne von „Kümmern“. Menschen kontaktieren, die man mag, die einem am Herzen liegen, die man liebt, und ihnen damit zeigen, dass sie wichtig sind. Mit ihnen schöne Erinnerungen wieder lebendig machen und sich gegenseitig zum Lachen bringen. Positive Worte, Bilder und Gedanken verbreiten…Lachen und Liebe sind das beste Tonikum für das Immunsystem und die Seele erfährt in Zeiten der Krise einen stärkenden Aufwind.

 

 

Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater und der Kunst zu?

Wesentlich wird sein, resilient, hoffnungsvoll und präsent zu bleiben. Die Verbindung mit sich selber aufrecht erhalten und Dankbarkeit zu leben.

Wenn nichts mehr auf der Welt funktionierte, so waren es doch immer die Künstler, die es geschafft haben, Menschen für Momente, für Zeiträume, in andere Welten zu beamen, um so von Leid, Angst und Traurigkeit plötzlich losgelöst, wieder hoffnungsvolle und schöne Gefühle in die Herzen der Menschen zu zaubern. Auch wenn vor allem die Kunst- und Theaterszene jetzt einen krassen Tiefpunkt erleidet, so glaube ich daran, dass sie wie der Phönix aus der Asche steigen und mehr Wertschätzung denn je erfahren wird.

 

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Was liest Du derzeit?

Charles Bukowski

 

Welches Zitat, welchen Text aus Deinen aktuellen Theaterprojekten möchtest Du uns mitgeben?

„Das Gebot ist: Sich verlassen, dass Augen den Augen genügen, dass ein Grün genügt, dass das Leichteste genügt. So dem Gesetz gehorchen und keinem Gefühl. So der Einsamkeit gehorchen. Einsamkeit, in die mir keiner folgt.“

Undine geht – Ingeborg Bachmann

 

Vielen Dank für das Interview liebe Daniela und viel Erfolg für Deine aktuellen wie kommenden Theaterprojekte und persönlich alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Daniela Turner, Schauspielerin

 

27.3.2020_Interview_Walter Pobaschnig

Foto_Walter Pobaschnig

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