„Leben, lieben, lachen, leiden_in der Zeit, die wir haben“ Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Bildender Künstler_Kärnten_30.3.20

 

Lieber Hubert, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich bin Frühaufsteher, gehöre zur Risikogruppe, doch mein Leben nimmt auch ohne soziale Kontakte wie gewohnt seinen Lauf. Um 6 Uhr gibt es Frühstück und danach sitze ich bis Mittag am Schreibtisch, um meine Gedanken der Nacht und die vielen Eindrücke der letzten Tage poetisch in eine Form zu gießen. Da ich in einem Dorf ohne Nahversorger lebe, bin ich gezwungen einmal pro Woche in die Stadt zu fahren, um mich mit Lebensmittel zu versorgen. In Zeiten von Corona ist es ein großes Glück im eigenem Haus mit riesigen Garten zu leben. Nach dem Mittagessen gehe ich in den Wald oder am Fluss spazieren. Danach mein Nachmittagskaffee, Arbeiten im Haus und Garten und um 18 Uhr Abendessen. Natürlich sehe ich mir abends die neuesten Meldungen von der Corona im TV an. Ich bin nun Mitglied beim Kärntner Schriftstellerinnen-Verband und habe nach jahrelanger Vereins-Abstinenz meine literarische Heimat gefunden. Bis zur Nachtruhe um 22 Uhr widme ich mich hin und wieder diesen sozialen Kontakten im Internet.

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Besonders wichtig ist es jetzt die Maßnahmen, welche die Bundesregierung und die Behörden getroffen haben, prinzipiell zu befolgen. Das heißt: achtsam zu sein, zuhause bleiben, wenn nötig, außer Haus nur allein gehen und den erforderlichen Abstand zu anderen Personen halten! Wenn möglich keine öffentlichen Verkehrsmittel benützen und vor allem mehrmals die Hände waschen!

 

Wir stehen jetzt vor großen Herausforderungen in der aktuellen Situationsbewältigung und auch den Perspektiven eines Neubeginns. Was ist dabei wesentlich und welche Rolle kommt dabei der Literatur zu?

Hier beginne ich gleich bei der Literatur: Literaten sollten mit der Corona Krise achtsamer umgehen. Es gibt viele Besserwisser, die hintennach mit ihren harschen Kritiken viele Maßnahmen der Behörden verurteilen. Dann gibt es Kabarettisten, die glauben von der Wirtschaft mehr zu verstehen als die Experten und geben in Medien kontraproduktive Ratschläge. Sie schreiben SARS Covid 19 der Globalisierung oder dem Klimawandel zu. Der Meinung bin ich nicht, denn bei der asiatischen, spanischen oder Honkong Grippe war die Globalisierung und der Klimawandel kein Thema. Was wir neu überdenken sollten, betrifft unseren Lebensstil, die Korrektur der Globalisierung und die Abhängigkeit, welche damit verbunden ist. Europa müsste wieder regionaler werden und die Konzerne in ihrer Profitgier in Schranken weisen!

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Was liest Du derzeit?

Die großen Dichter, insbesondere meine Favoritin „Ingeborg Bachmann“ habe ich konsumiert. Eigentlich halte ich es hier mit „Peter Handke“, der irgendwann mal gesagt hat, er will sich den eigenen Sprachduktus erhalten! Manuskripte von vier Büchern liegen in der Schublade, eine Publikation sollte es heuer geben und deshalb überarbeite ich derzeit viele meiner Texte.

 

 

Welches Zitat, welche Textstelle aus Deinen Büchern möchtest Du uns mitgeben?

  • „Wenn auf der Erde die Liebe und der Friede herrschen würden, wäre das Leben ein Fest, denn beides sind die Grundpfeiler der Schöpfung!“

 

  • „Mensch sein, leben, lieben, lachen, leiden; in der Zeit, die wir haben – ist „Mensch Sein“. „Sich selbst gewahr werden!“ Ohne Vergebung, kein Bleiben, keine Existenz; ohne Fehler Mensch sein – Menschen bleiben. „Sich selbst auf sich nehmen!“ Die Zeit ist in uns, die uns bleibt!“

 

  • „Der Friede und die Liebe sind das Salz der Erde; die Habgier und der Krieg die Nacht des Lebens!“

 

  • „Die Zunge betet sich im Leben weiter wund, doch den Mund sollte man stets auftun, aber nicht in den Himmel schreien. Wichtig ist bewirkter Fingerzeig, zielend auf gewisse Kreise, danach kehrt Friede ein!“

 

Vielen Dank für das Interview lieber Hubert, viel Freude und Erfolg für Deine Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Hubert Maria Moran, Schriftsteller, Bildender Künstler

Publikationsauswahl: Reflexionen (2017), Friedenswind (2013) _weitere_alle Hermagoras Verlag.

 

 

29.3.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

Foto_Hubert Maria Moran

 

https://literaturoutdoors.com

 

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