„Wir Juden“ Schriften 1932 bis 1966. Hannah Arendt. Piper Verlag

 

„Wir Juden“ Schriften 1932 bis 1966. Hannah Arendt. Piper Verlag

Da ist der weite Horizont der Bildung in Kindheit und Jugend. Der Blick in die Geisteswelt großer Traditionen. Königsberg, Immanuel Kant. Das Elternhaus fördert den Weg zu Fragen und Reflexion von Geist und Zeit. Das kritische Denken. Doch dunkle Wolken ziehen auf. Die Werte von Vernunft und Toleranz geraten in den politischen Sturm. Aber die junge Studentin der Philosophie und Evangelischen Theologie hält an den Grundgedanken von Freiheit und Demokratie fest. Stellt sich gegen den dunklen Reigen von Masse und Macht. In Gespräch, Solidarität, Hilfe und vor allem im Wort – „Wichtiger als die Wahrheit, ist der Mensch, der sie sucht“. Es geht um den Menschen. Das unantastbare Sein. Die Verteidigung der Freiheit mit dem Wort. Doch es bleibt nur die Flucht – „Wer eine neue Existenz aufbauen möchte, muss stark sein und ein Optimist dazu…“. Der Weg führt nach Frankreich, dann in die USA. Immer nahe an Angst, Ungewissheit und Tod. Immer auf der Suche nach Kraft am ungewissen Weg. Immer aufblickend zu Horizonten des Geistes. Und zu neuen Möglichkeiten des Lebens. Einer neuen Rolle in einem fremden Land. Das Wort ist ein Stern am Weg – „Doch eine neue Persönlichkeit zu gewinnen, ist so schwierig und so hoffnungslos wie die Neuerschaffung der Welt…“. Es ist jetzt das Überleben und dann ein lebenslanges Ringen mit Herkunft, Erfahrung und Erinnerung. Neue Horizonte von Freiheit gewinnen und festigen. Die Hoffnung, die Kraft der Vernunft, den Wert des Menschen, aller Menschen – dem Dunklen in allem entgegensetzen. Nur das kann das Ziel sein. Und das Wort ist der Weg dazu…

Die vorliegende Ausgabe der wesentlichen Publikationen und Schriften der Philosophin und Journalistin Hannah Arendt (1906 – 1975) in der Zeit von 1932 – 1966 zur Frage gesellschaftlich-religiöser Identität öffnet in einzigartig eindrücklicher Weise den Zusammenhang von Philosophie und Leben in dunkelster Lebenszeit und den Aufbruch in neue Existenzhorizonte. Es geht dabei immer um gesellschaftliche Zusammenhänge, Voraussetzungen und Möglichkeiten wie Notwendigkeiten.

„Ein Werk, das die Fragen nach Mensch und Freiheit reflektiert wie eindringlich zu stellen weiß und jede Generation neu dazu herausfordert.“

 

Walter Pobaschnig 11_19

https://literaturoutdoors.com

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