„Rechtswalzer“ Franzobel. Kriminalroman. Neuerscheinung Paul Zsolnay Verlag

 

 

„Rechtswalzer“ Franzobel. Kriminalroman. Neuerscheinung Paul Zsolnay Verlag

Frühherbst 2024. Wien. Malte Dinger, Spezialitäten Getränkehändler, hatte eben seinen Sohn zur Schule gebracht. Das bedeutete für ihn immer, dass Bilder seiner eigenen Kindheit wie die Dinosaurier auf der Schultasche des Sohnes in seinen Kopf sprangen und er sie mühsam wieder zum Aussterben bringen musste. Aber meist waren es nur leise zahme Fossilien der Schulerinnerungen und damit ein nostalgischer Zeitvertrieb, den er wie den eigenen guten Gin schätzte. Doch jetzt erreichte ihn plötzlich dieser verstörende Anruf am gefundenen Smartphone. Das geritzte „Moses“ an der Fensterscheibe im Waggon in der U-Bahn wurde nun für ihn zur großen unheimlichen Nachdenklichkeit wie auch die Schlagzeilen der Gratiszeitungen, die nun auf sein Hirn eintrommelten. Als es zur Fahrscheinkotrolle kommt, wirkt er wie in Trance und die schroffen Aufforderungen münden schließlich in eine Ringeinlage, der ein Schneidezahn des Polizisten zum Opfer fällt. Malte Dinger wusste nicht recht, was da geschehen war, doch nun begann eine dunkle Reise, die ihn aus seinem gesicherten privaten Universum in die unbekannte Galaxie einer Gesellschaft voll rasender Veränderung, Abgründen und Rätsel katapultierte. Denn längst waren die Dinosaurier aus den Tiefen der Stadt gekrochen und er war wie Moses auf der Suche nach Wegen aus dem Dickicht ungelöster Fragen…

Der vielfach ausgezeichnete österreichische Schriftsteller Franzobel, welcher u.a. 1995 den Ingeborg Bachmannpreis in Klagenfurt gewann, zündet mit seinem Kriminalroman „Rechtswalzer“ ein abgründiges satirisches Sprachfeuerwerk, das in Kraft und Leichtigkeit Erzählgenres variiert und Leserin und Leser gleichsam im Fiaker, der U-Bahn oder im Jumbo Jet grandiosen Wortspiels Platz nehmen und erfrischt lachend wie nachdenklich machend bis zum Ende folgen lässt. Der Autor kombiniert in seinem Schreiben einmalige Sprachfreude mit einem Erzählesprit, der Seite um Seite mitreißt und ein Buch zur Bühne werden lässt, darauf sich Leben in aller unerträglichen Leichtigkeit und Absurdität abspielt, bis der letzte Vorhang fällt.

„Ein Roman, der in einmaliger Sprachmagie und Erzählrasanz Leserin und Leser mitreißend in das abgründige Spiegelkabinett von Leben und Gesellschaft katapultiert“

Walter Pobaschnig, Wien 2_2019

https://literaturoutdoors.com

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