„Adrian oder: Die unzählbaren Dinge“, Angelika Stallhofer. Roman. Neuerscheinung Kremayr&Scheriau Verlag.

 

„Adrian oder: Die unzählbaren Dinge“, Angelika Stallhofer. Roman. Neuerscheinung Kremayr&Scheriau Verlag.

Hier ist keine Zeit zu verlieren. Es geht um das Geschäft. Ein Werbetext. Das Manuskript wird begutachtet. Die Minuten bis zur Antwort der Marketingleiterin sind jetzt endlos lang. Bilder vom Besuch beim Vater kreisen im Kopf. Bilder der Kindheit. Und die Gedanken an Anna. An den Chat von gestern Nacht. Dann zerreißt die unbehagliche erwartungsvolle Stille. Die Marketingleiterin sagt: „Es genügt nicht“. 48 Stunden bleiben jetzt für die Überarbeitung. Arbeitszeit. Lebenszeit. Anforderungen und Wünsche. Die Smartwatch zählt die Schritte. Im Notebook fordert der Werbetext. Häusermann spricht im Cafe vom Puls der Zeit. Anna kann für Momente alles leicht machen. Ein Gedicht am Morgen. Ein Anruf. Ein Ausflug. Das Schreiben. Doch das Schwere der Sorgen in Beruf und Leben umfasst die Stunden. Und die Suche nach Ausgleich und Auswegen beginnt – zwischen all der Macht der unzählbaren Dinge der Tage…

Angelika Stallhofer, Gewinnerin des Ö1-Literaturwettbewerbes „Geld und Gier“, legt mit „Adrian oder: Die unzählbaren Dinge“, einen Roman vor, der in packender Erzählung das moderne Leben in der Spannung von beruflicher Anforderung und persönlichem Glück an der Seele packt und Leserin und Leser gebannt staunen und folgen lässt. Die Autorin zeichnet eine außergewöhnliche psychologische Aufmerksamkeit aus, die in reduzierter direkter Sprachform Gedanken, Emotionen und Reflexionen der Charaktere auf den Punkt bringt. Die genaue Herausarbeitung von Lebensansprüchen (Berufsorientierung, private Verantwortung/Pflege, Begegnungen) ist eine große Stärke des Romans. Diesen wohnt jedoch immer eine Alternative, ein Ausweg, eine Hoffnung inne, die Offenheit, Mut und Konsequenz erfordern. Das Leben ist eine Reise, in welcher der Blick aus dem Fenster nicht genügt. Es ist nötig, sich Fragen persönlicher Entscheidung zu stellen und Aufmerksamkeit als Lebenswert und –aufgabe anzuerkennen. Die Autorin lädt in einem wunderbaren Roman dazu sein.

 

Walter Pobaschnig, Wien 10_2018

https://literaturoutdoors.com

 

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