„Bevor ich mit jemandem rede, sitze ich am Schreibtisch“ _ 5 Fragen _ Zsuzsanna Gahse, Schriftstellerin _ Müllheim/CH 6.11.2026

5 Fragen an Künstler:innen

Zsuzsanna Gahse, Schriftstellerin _ Müllheim/CH

Liebe Zsuzsanna, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Bevor ich mit jemandem rede, sitze ich am Schreibtisch.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Die Frage ist, was UNS ALLE bedeutet.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Bei der Bücherflut und der Übermenge an Informationen will ich nicht ertrinken, eher mich ruhig umschauen.

Was liest Du derzeit?

Am liebsten hole ich Autoren aus meinen Regalen hervor. Thomas Bernhard, Gert Jonke, Nathalie Sarraute, Samuel Beckett. Camus! Oder Miklós Mészöly mit seiner wunderbar bildhaften Erzählweise. Wenn ich an Jandls Sätze denke, geht es mir gut. Literatur ohne Witz ist wie Blei.

Ich habe auch neue Lieblinge, entnervend ist nur die Unzahl von Neuerscheinungen.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Der wahre Held in „Don Quijote“ ist der Diener Sancho Pansa. Seine Geduld und Urteilskraft sind wunderbar. Der skurrile Don ist lieblos, was ihn ärgert, daher wird er noch skurriler. Und Cervantes ist ganz groß.

Vielen Dank!

Zsuzsanna Gahse, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: ZSUZSANNA GAHSE ist eine österreichisch deutsch schweizerische Schriftstellerin, geb. 1946 in Budapest. Nach ihrer Gymnasialzeit in Wien und Kassel lebte sie mehr als ein Vierteljahrhundert in Stuttgart, seit Ende 1998 in Müllheim, TG, Schweiz.

ZSUZSANNA GAHSE – Autorin, Schriftstellerin

Foto: Zsuzsanna Gahse _ Ch.Rütimann

Walter Pobaschnig, 14.10.26

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