5 Fragen an Künstler:innen
Maria Appenzeller, Schriftstellerin _ Mühlviertel/OÖ

Liebe Maria Appenzeller, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Wie immer. Ich versuche die Balance zu finden, zwischen Arbeit, Freizeit und Verpflichtungen. Und wenn ich das wieder mal nicht hinkriege, sollte zumindest etwas Zeit für mich dabei sein.
Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Zuversicht. Und eine Politik, die trägt.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?
Wissen wir das? Ich nehme viele Ängste wahr, bei mir wie bei anderen. Aber erst im Rückblick werden wir Gewissheit haben. Ich glaube Ambiguitätstoleranz ist wichtig. Es ist nicht einfach, Unsicherheiten auszuhalten. Wir dürfen – ja wir müssen – uns Zuversicht erlauben. Sie fördert Resilienz und verleiht uns Kraft. Meine Großmutter ist mir hierbei ein Vorbild. Sie hat bei allen Herausforderungen ihres Lebens auch das Schöne gesehen und sich daran genährt.
Kunst darf das Denken anregen, Ambiguität erzeugen und uns auf diesem Weg herausfordern. Kunst darf Resilienz fördern.
Was liest Du derzeit?
Unter anderem Malina.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Kunst ist wie Brot. Manche essen lieber Kuchen.
Viele Jahre habe ich vom Kuchen gelebt, habe viel probiert, viel gelernt. Jetzt, wo mein Roman erscheinen durfte, fühle ich mich wie erweckt als Künstlerin, und – mein Gott! – wie sehr ich das Brot brauche!
Vielen Dank!

Zur Person/über mich: Maria Appenzeller ist eine österreichische Jugendroman-Autorin und schreibt über Mädchen, die gegen den Mainstream erwachsen werden. Mit Humor und Tiefe behandelt sie Fragen wie: Darf ich sein wie ich bin, auch wenn der Preis dafür ist, dass ich vielleicht nicht so beliebt bin? Wo ist mein Platz im Leben? Bin ich eine Außenseiterin oder ist es okay, anders zu sein?
Ihr Jugendroman „Honey – Wie ich mich in einen Punk verliebte“ erschien 2026 im Mantel Verlag. Jugendroman Honey – Wie ich ich in einen Punk verliebte | mantel-verlag.at
Maria lebt mit Familie und Hund in einem kleinen Haus auf dem Land, umgeben von einem blühenden Garten. Dort züchtet sie Gemüse, kocht Marmelade ein und backt Brot. Sie ist eine begeisterte Reiterin.
Website: www.maria-appenzeller.com
www.mariaappenzeller.blogspot.com
Fotos: Indrich Fotografie
Walter Pobaschnig 5.9.2026