

* 26.1.1927 Großweikersdorf/NÖ +5.9.2026 Wien
Im Interview _ Martina Stilp, Schauspielerin _ Wien
Liebe Martina, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?
Mit Erni´s Eintreten ins Theater kam immer auch ein Hauch von Kraft mit ihr mit. Naturkraft, Lebenskraft. Erzählkraft.
In der Kammerspiele-der-Josefstadt Produktion „Harold und Maude“ ( Premiere war genau an ihrem 90.Geburtstag, am 26.1.2017) hat sie sich so pudelwohl gefühlt, dass sie uns alle in ein Wirtshaus in ihrem Waldviertler Wohnort einlud und uns danach noch ihren Garten und ihr Haus zeigte. Barfuß sind wir über ihre Teppiche und Holzböden marschiert und sie hat uns geduldig und leidenschaftlich jedes Bildchen an der Wand, alles was wir wissen wollten, erklärt.
Sie konnte in der Seele des Gegenübers das Wahre entdecken. Zum Beispiel Ängste, Unsicherheiten oder Komplexe… Ihr blieb nichts verborgen…
Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?
So unprätentiös, angstfrei und kompromisslos sie persönlich war, so war auch ihr Spiel! Eine herrliche Purheit, Klarheit und Unverstelltheit, Tiefe und Authentizität war in ihr und um sie!
Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?
Den frechen Kobold Puck im „Sommernachtstraum“ (Premiere am 24.4.2015 im Volkstheater Wien). Sie war zu diesem Zeitpunkt 88 Jahre alt, aber auf der Bühne war sie ein freches Elfenkind mit nackten Beinen und einer Wollmütze auf dem Kopf…8tinazu Erni Mangold


Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin erlebt?
Rauschend, ohne körperliche Scham. War sie zum Beispiel grad beim Umziehen in ihrer Garderobe und ihr fiel plötzlich ein, was sie uns unbedingt erzählen wollte, dann lief sie halt so bekleidet oder nicht bekleidet wie sie gerade war auf den Gang und verkündete uns ihre meist sehr unterhaltsamen Geschichten.
Auch hat sie uns großzügig mit Waldviertler Mohnzelten und anderen kulinarischen Leckerbissen versorgt.
Auf der Bühne beim Spielen war sie absolut pur, klar, direkt. Ich hab mit ihr vergessen, dass wir spielen…einfach einander zuhören, aufeinander reagieren. Der Sinn der Szene war eh klar.
Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?
Ich hoffe, alles!
Herzlichen Dank für das Interview!

_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _
Walter Pobaschnig 7/26
Zur Person/über mich/Website: About me • Martina Stilp • Theater, Film & Schauspiel 15.9.2026
Foto/Portait: Erni Mangold _ Österreichischen Nationalbibliothek/ÖNB_Photo Simonis; um 1950; Bildarchiv Austria
Foto: Erni Mangold als Puck mit Patrick O. Beck als Oberon _ Probe zu „Ein Sommernachtstraum“ _ Premiere 24. April 2015 am Volkstheater in Wien _ Roland Schlager/APA
Foto: Martina Stilp, Schauspielerin _ Wien._ performing _ „Undine geht“ Donau/Wien _
_ „Undine geht“ Ingeborg Bachmann (1961) _
Walter Pobaschnig 7/26
Walter Pobaschnig, 15.9.2026