„Ein Vorbild für die jüngere Generation in ihrem Sosein als starke, politisch gesinnte Frau und Schauspielerin“ _ Erinnerung an +Erni Mangold _ Petra Ganglbauer, Schriftstellerin _ Wien 8.9.2026

+Erni Mangold _ Petra Ganglbauer
+Erni Mangold, Schauspielerin, Regisseurin _
* 26.1.1927 Großweikersdorf/NÖ +5.9.2026 Wien

Zur Person: Erni Mangold – Wien Geschichte Wiki 5.9.2026

Im Erinnerungsinterview _  Petra Ganglbauer, Schriftstellerin _ Wien

Liebe Petra Ganglbauer, welche Erinnerungen gibt es für Dich an Erni Mangold?

Ich erinnere mich, dass ich schon als junge Frau, wenn ich sie beispielsweise im Fernsehen sah, von ihrer eigenwilligen Ausstrahlung fasziniert war. Sie war schwer einschätzbar für mich, nicht festzumachen, wesensmäßig nicht auszuloten. Sie hatte etwas Oszillierendes in ihrer Persönlichkeit.

Was macht für Dich das Besondere ihres Schauspiels aus?

Dass sie trotz der Vielfalt der Rollen für Film, Radio und Fernsehen bzw. Bühne,  einen Kern in sich trug, der unverwechselbar war, ungeachtet dessen wie die Rolle im Speziellen angelegt war. Dieser Kern ist ein Zeichen des Wiedererkennens für mich, zugleich ist er schwer zu definieren. Es ist etwas, das die eigentlichen Rollen durchbricht, eine unbändige Eigenständigkeit, um nicht zu sagen fruchtbare Eigenwilligkeit.

Möchtest Du bestimmte Rollen hervorheben und warum?

Eigentlich nicht. Faszinierend war und ist die Vielschichtigkeit ihrer Präsenz, ob es nun Hörspiele wie „Die letzten Stunden der Menschheit“ von Otto Brusatti (1984) betrifft, ihre Rolle in Franz Antels „Der Bockerer“ (1981) oder jene als kryptische Persönlichkeit im Landkrimi  „Der Tote in See“ (2018).

Wie hast Du Erni Mangold als Kollegin erlebt?

Ich hatte nie persönlichen Kontakt zu ihr, habe sie aber zwei- oder dreimal im Kontakt mit Anderen erlebt, etwas burschikos, mit expliziter Geste und dennoch gleichsam ihr Innerstes verbergend. Da war etwas an und in ihr, das nur ihr gehörte.

Was nimmt die Theater/Filmbühne von ihr in die Zukunft mit?

Ein Vorbild für die jüngere Generation in ihrem Sosein als starke, politisch gesinnte Frau und Schauspielerin, die auch mit Erzählungen und Statements nicht hintanhielt, welche transparent machten, wie sehr sie in jungen Jahren sexuell belästigt und vereinnahmt wurde und an der Seite ihres damaligen Ehemanns Heinz Reincke unter dem sinngemäßen Motto „Du bist ohnehin versorgt!“ kaum Rollen zugedacht bekam.

Herzlichen Dank für das Interview!

Petra Ganglbauer, Schriftstellerin _ Wien _ Station bei Malina _
Romanschauplatz/Wien _
Walter Pobaschnig 4/25

Zur Person/Werk: Petra Ganglbauer – Wikipedia 8.9.26

Aktueller Lyrikband: „Im Augenschein der Dinge“ Petra Ganglbauer. Lyrikzyklus. Edition Melos. | Literatur outdoors – Worte sind Wege

Foto: Erni Mangold _ Österreichisches Filminstitut

Foto: Petra Ganglbauer, Schriftstellerin _ Wien _ Station bei Malina _
Romanschauplatz/Wien _
Walter Pobaschnig 4/25

Walter Pobaschnig, 8.9.2026

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