„nicht anstecken lassen – wer der lauteste Rüpel ist“ Günther Pfeifer, Schriftsteller _ Weinviertel/NÖ 21.3.2026

Lieber Günther, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich habe einen erfüllenden Full-Time Job als Einkäufer in einer IT-Firma. Also stehe ich um 6 Uhr auf, steige um 7 in einen Pendlerzug und schreibe dann am jeweils aktuellen Buch. Anderthalb Stunden später bin ich in der Firma, arbeite bis nach 5, steige um 6 in den Pendlerzug, schreibe am aktuellen Buch weiter und komme kurz nach 7 heim. Dann verbringe ich Zeit mit meiner Frau, erledige diverse Kleinigkeiten und lese bis zum Einschlafen. An den Wochenenden bin ich im Theater Westliches Weinviertel (www.tww.at) aktiv, treffe Freunde und gehe Laufen.  Und natürlich wieder lesen, lesen…

Günther Pfeifer, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Uns nicht von dem Gedanken anstecken lassen, dass es am weitesten bringt, wer der lauteste Rüpel ist. Außerdem nicht in die bequeme Einstellung zu verfallen, dass wir ohnehin nichts tun können. Schon allein durch unser Konsumverhalten können wir etwas bewegen. Wir müssen nur konsequent sein, darüber reden, diskutieren, ohne uns einer Gegenmeinung von vornherein zu verschließen, wählen gehen und vor allem: Uns selbst an der Nase nehmen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Wissenschaft, der Kunst an sich zu?

Was auch immer auf uns zukommt, wesentlich werden die Sachen sein, die uns schon immer gegen Widrigkeiten geholfen haben: Liebe, Zusammenhalt, Anständigkeit. Um uns als (lebenswerte) Gesellschaft zu behaupten, ist die Wissenschaft Pflicht und die Kunst ist Kür. Wir brauchen beides, um uns gemeinsam weiterzuentwickeln. Für den Einzelnen ist die Kunst Seelennahrung und zur persönlichen Entfaltung unabdingbar.

Was liest Du derzeit?

Vea Kaiser: Fabula Rasa und Richard Russo: Mohawk.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Waunnsd wüsst dass si wos ändert
faung amoi bei dir aun
bessa di, daunn bessat si di Wöd

Georg Danzer „Loch amoi“

Vielen Dank für das Interview, lieber Günther, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Günther Pfeifer, Schriftsteller

Zur Person/über mich: Günther Pfeifer, geboren 1967 in Hollabrunn, einer niederösterreichischen Kleinstadt, erlernte ein Handwerk und war jahrelang Berufssoldat. Später in der Privatwirtschaft im Ein- und Verkauf tätig, entdeckte er seine Liebe zum Theater. Er veröffentlichte Beiträge in Programmzeitungen und Magazinen, schrieb Theaterstücke, Kindermusicals, Reiseführer und Kriminalromane. Günther Pfeifer lebt in einem kleinen Dorf im Weinviertel.

Aktuelles Buch von Günther Pfeifer:

„Für einen aufgeweckten Fünfjährigen und seinen Fantasiefreund kann sogar eine österreichische Kleinstadt in den Siebzigerjahren spannend sein. Noch spannender jedoch ist Italien, ein Land, in dem alle Menschen singen, Eis verkaufen und in Gondeln fahren. Ein tolles Land, da muss er hin! Äußert man als Fünfjähriger jedoch Reisewünsche, stößt man leicht auf taube Ohren. Die Großmutter, allmächtige Matriarchin, verweigert schlicht den Ausreiseantrag. Und dann sind da noch ganz andere Hindernisse, wie die Angst vorm Rawuzer, die nervenkrankte Mutter und eine Abneigung gegen Wasser, was das Schwimmenlernen nicht unbedingt vereinfacht. Schwimmen allerdings ist Pflicht in einem Land am Meer und einer Stadt, in der alle Straßen unter Wasser sind. Der kleine Rabauke fühlt sich hilflos, sein Fantasiefreund ist ratlos und die Lage aussichtslos. Als letzter Ausweg bleibt eigentlich nur noch ein Brief an Don Renzo, der im gelobten Land residiert und schon einmal ein kleines Familienwunder zuwege gebracht hat.“ Pressetext Verlag

Günther Pfeifer. Als ich an Don Renzo schrieb. Roman. Kremayr&Scheriau Verlag.

Hardcover mit Lesebändchen

gebunden

192 Seiten, Format 12,0 x 20,0

1 Auflage, Kremayr & Scheriau 2026

25,00 € inkl. MwSt.

ISBN: 978-3-218-01501-1

Kommende Lesungstermine: 16.04.2026 , Wien _ 18:30 in der Buchhandlung Leporello 

und am 

25.04.2026 19:30im Theater Westliches Weinviertel

Fotos: Portrait _ privat; Cover _ Verlag.

Walter Pobaschnig 19.3.2026

https://literaturoutdoors.com

Hinterlasse einen Kommentar