„Wir  – so verletzlich und verletzbar. Verletzend“ Ivo Rossi Sief, Bildender Künstler_Rinn/Tirol 28.3.2023

Lieber Ivo, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Es fällt mir schon schwer (auch weil ich kein Buddhistischer Mönch bin) jeden Tag, um 4 Uhr 35, in der früh aufzustehen, aber in Anbetracht dass sich meine innere Uhr inzwischen darauf eingestellt hat, schaffe ich es recht gut –  trotzdem.

Ich erinnere mich an die Tagesanfänge und Tagesabläufe in Kärnten, auf Schloss Saager in Grafenstein, Mitte 70’er bis Mitte 80’er Jahre, bei Giselbert Hoke, der mein erster «Lehrer und Kunst Guru» wurde. Da ging es auch frühmorgens gleich an die Arbeit, für die Erstellung der übergroßen Emailwerke des Meisters. Da war etwas im Äther – etwas Besonderes. Dinge, die sich in den vielen reichen Facetten glückstechnisch lohnten. Das ganze Leben wurde durchgerüttelt und verändert. Schwellende Tabus sprengten die Lust des Dortseins-und-Verweilens nicht.

Es war Kreativität und Intensität, ja, auch an-und-in  den Gesprächen, da in der Runde am großen Tisch, beim Verweilen bei Wein und Essen unter der – von zahmen Hornissen beflogenen – Laube. Das Leben versprühte jede Minute des Tages einen besonderen Geruch, den ich förmlich riechen und schmecken könnte. Dort in Kärnten.

Jetzt lebe ich in Innsbruck/Umgebung Das Hierherkommen erzähle ich auch in meinem Werdungs-Roman „Granatapfel“. Man versteht zwischen den Zeilen vielleicht, dass ich über etliches nicht euphorisch glücklich bin.

Also steige ich nach dem Frühstück jeden (Wochen)Tag um halb sieben in Rinn (oberhalb von Innsbruck) ins Auto, damit wir runter in die Stadt fahren, wo ich Eveline zu ihrer Tätigkeit bringe und ich um sieben in meinem Atelier in der Pradler Straße eintreffe. Da schreibe ich und male ich und um vier Uhr am Nachmittag passiert alles andere.

Ivo Rossi Sief, Bildender Künstler, Schriftsteller

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Es geht um Lösungen und um Wissen zu transportieren. Das Wissen um die Herausforderungen auf verständliche Weise transportieren.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Wir  – so verletzlich und verletzbar. Verletzend.

Kunst bietet Raum für Unbekanntes.

Was liest Du derzeit?

Ich lese zur Zeit, in dieser „speziellen Zeit“, die Neubearbeitung von „Und Nietzsche weinte“, einen Roman von Irvin D. Yalom.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Höre den Ton deiner ganz eigenen Sprache.

Vielen Dank für das Interview lieber Ivo, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Kunstprojekte wie persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Ivo Rossi Sief, Bildender Künstler, Schriftsteller

Fotos_privat.

12.9.2021_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s