„Die RAF hat euch lieb“ Bettina Röhl. Neuerscheinung Heyne Verlag.

„Die RAF hat euch lieb“ Bettina Röhl. Neuerscheinung Heyne Verlag.

Es beginnt mit einer Spurensuche. Nach Informationen zu Ereignissen um das dramatische Geschehen in den eigenen Kindheitsjahren und den Weg der Mutter. Die Tochter ist jetzt 34 Jahre alt. Die Mutter seit 20 Jahren tot. Ein führendes Mitglied der Terrororganisation RAF in Deutschland der 1960/70er Jahre. Unzählige Zeitungs-, Fernsehberichte, Bücher beschreiben Wege der Mutter – „Es gab schon 1996 Hunderte von Artikeln und Büchern über 68, die RAF und Ulrike Meinhof. Es gab Biografien, Bände mit ihren Kolumnen und massenhaft Broschüren, Raubdrucke, Flugblätter und Dissertationen. Und es gab schon eine ganze Reihe von Dokumentar- und Spielfilmen, Theaterstücken, Opern und Tanztheater, die das Leben von Ulrike Meinhof und ihrer Familie, und nebenbei immer auch von meiner Schwester und mir als süße blonde Statisten des gruslig-schönen Dramas, verarbeitet hatten…“.  Die Tochter selbst, Bettina Röhl, besitzt nur vier Briefe der Mutter Ulrike Meinhof aus der Haft Anfang der 1970er Jahre. Das ist der Ausgangspunkt. Dann beginnen die Fragen und Wege. Das persönliche Archiv der gesammelten Materialien, die umfassenden Gerichtsakten und Bücher zur politischen Situation der Zeit im Spannungsfeld gesellschaftlicher Proteste und internationaler Konflikte sind Grundlage, um zurückzublicken auf das Leben der Mutter und ihre Zeit. Ein gesellschaftshistorischer wie sehr persönlicher Weg des Schreibens beginnt…

Neben der umfangreichen Berichterstattung und Dokumentation zum Leben von Ulrike Meinhof und der RAF stellt das vorliegende Buch ihrer Tochter Bettina Röhl einen sehr persönlichen Zugang dar, der vor allem aus dem unmittelbaren Blick der geschilderten, dokumentierten und auch miterlebten bzw mitbetroffenen Ereignisse in Kindheit und Jugend in bisher nicht publizierter authentischer Form eine Besonderheit darstellt. Die Autorin schildert Ereignisse und Motivationen in direkter Erzählform und verwendet dazu zahlreiche Interviews der handelnden Personen und Dokumente, die einen großen Rechercheaufwand benötigten und in dieser Weise bisher unveröffentlicht waren.

„Eine sehr persönliche Spurensuche wie sehr anschaulich beschriebene Schilderung dramatischer moderner Zeitgeschichte“

 

Walter Pobaschnig, Wien 12_2018

https://literaturoutdoors.com

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