„zu einem Gemeinsam zu finden“ Rebekka Moser, Schriftstellerin _ Bregenz 8.3.2026

Liebe Rebekka Moser, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ein Mix aus Schreibtisch und Bewegung. Ich versuche 10.000 Schritte zu machen und viel zu radeln. Auf dem Fahrrad lassen sich seltsamerweise Erzählstränge am besten zusammenführen. Jetzt kann ich auch wieder mehr lesen. Im Endstadium eines Projektes geht das gar nicht.

Rebekka Moser, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Bei der momentanen Weltlage ist nichts wichtiger, als aus unseren Meinungsblasen heraus zu einem Gemeinsam zu finden. Standpunkte neu sortieren und etwas entschlacken, was die Schärfe betrifft. Und in politischen Diskussionen mal durchatmen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur ist für mich persönlich fast immer ein Verarbeiten von gesellschaftlichen Problemen. Entweder schreibe ich gesellschaftskritisch oder ich lese gesellschaftskritisch. Beim Lesen funktioniert das Genre übergreifend, wobei ich Krimis, historische Romane oder Dystopien besonders geeignet finde, um aufzuzeigen, was besser sein könnte.

Was liest Du derzeit?

Patricia Melo, Die Stadt der Anderen

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Wenn er seinen Namen las oder hörte, wusste er bereits, was als Nächstes kam: ehemaliger Obdachloser. Er wäre lieber Schriftsteller genannt worden. Ein Schriftsteller ist jemand, der schreibt. Aber „Obdachloser“ meinte wen? Wer waren diejenigen, die auf den Bürgersteigen herumlagen? Kein Obdach zu haben, konnte kein Attribut sein. War kein Beruf. Und auch keine Tätigkeit. Wenn es für etwas stand, dann nicht für den Menschen, sondern lediglich für eine weitere Tragödie Brasiliens. Patricia Melo „Die Stadt der Anderen“

Vielen Dank für das Interview, liebe Rebekka, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Rebekka Moser, Schriftstellerin

Zur Person/über mich: Mag. Rebekka Moser, 1969 in Bregenz geboren, hat in Innsbruck und Wien Geschichte und Germanistik studiert.
Ab 1996 arbeitet sie als Journalistin im Radio- und Printbereich in Vorarlberg:
„Vorarlberg Online“, Redaktion. „Antenne Vorarlberg“, Moderation. „Vorarlbergerin“,
Redaktion. Seit 2020 ist sie freie Journalistin.


Ihr erster Krimi „Unten“ erscheint 2022 beim Bucher Verlag.


Moser ist verheiratet, hat zwei Kinder und eine multikulturelle Familie.
Seit 2015 ist sie ehrenamtliche Mitarbeiterin der Caritas und betreut Kinder und
Jugendliche mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung.

Aktueller Thriller von Rebekka Moser:

„Am Ufer des Bodensees wird eine Leiche gefunden. Wer hat Ben getötet und eine verstörende Botschaft auf seinem Körper hinterlassen? Kommissar Heinzle ist unter Druck, denn es bleibt nicht bei einem Opfer. Die Hinweise führen in die Vergangenheit. Zu tiefer Schuld und erschütternden Flucht- und Familientragödien. Während das öffentliche Interesse wächst, wird klar: Hier mordet jemand, der glaubt, keine andere Wahl mehr zu haben. Und seine Waffe ist so unscheinbar wie tödlich – Wasser.

Schonungslos und mit einer Prise schwarzem Humor erzählt Rebekka Moser in Tief von brutalen Verbrechen, bei denen das Tatwerkzeug ausgerechnet Wasser ist. Ein brandaktueller, düster-melancholischer Pageturner, der gesellschaftliche Fragen aufwirft, die uns alle beschäftigen.“ (Pressetext _ Verlag)

Rebekka Moser _ Tief, Thriller
Broschur
13.5 x 20.5 cm
320 Seiten
ISBN 978-3-7408-2849-3
14,00 € [DE] 14,40 € [AT]
Erscheinungsdatum: 19. März 2026

Fotos: Portrait _ privat; Cover _ Verlag.

2.3.2026_Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

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