„Fragen stellen. Und zwar die unbequemen.“ Barbara Oberrauter-Zabransky, Autorin _ Wien 7.3.2026

Liebe Barbara, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Ich habe gerade ein Buch über KI fertiggestellt, und der Alltag, den ich darin beschreibe, ist auch meiner. Tatsächlich starte ich mit KI in den Tag, und zwar in meiner Mailbox, wo sie dankenswerterweise Spam-Mails für mich aussortiert. Nach dem ersten Kaffee arbeite ich dann weiter Seite an Seite mit großen Sprachmodellen, bereite Workshops vor und halte mich auf dem Laufenden, was das Thema KI betrifft – die Entwicklung will und will einfach nicht stehenbleiben 😊

Barbara Oberrauter-Zabransky, Autorin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Fragen stellen. Und zwar die unbequemen. Nicht: Was kann die KI alles? Sondern: Was wollen wir eigentlich? Wofür brauchen wir Werkzeuge, und wofür brauchen wir Menschen? Ich glaube, wir leben in einem Moment, in dem Technik sehr schnell sehr viel kann – aber die Gesellschaft noch gar nicht entschieden hat, was sie damit anfangen will. Diese Entscheidung sollten wir nicht den Ingenieuren überlassen.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Wissenschaft, der Kunst an sich zu?

Wissenschaft erklärt uns, was möglich ist. Kunst fragt, ob wir es wollen. Beides brauchen wir gerade dringender denn je. Denn die Veränderungen durch KI sind nicht nur technischer Natur – sie berühren, wie wir arbeiten, lernen, kommunizieren, uns selbst verstehen. Literatur und Kunst haben die Aufgabe, diese Erfahrung in Sprache und Bild zu übersetzen, bevor die PR-Abteilungen der Tech-Konzerne es tun. Das ist kein kleiner Auftrag.

Was liest Du derzeit?

Neben Fachliteratur zum Thema KI hauptsächlich spezifische Blogs und Publikationen zum Thema KI. Das Thema ist gekommen, um zu bleiben – und als Teil meiner Aufgabe verstehe ich es, aktuelle Entwicklungen einzuordnen und so aufzubereiten, dass ganz normale Nutzerinnen und Nutzer hierzulande auch verstehen, worum es geht. Mein Ansatz dabei ist es, das Rauschen zu durchforsten, auszusortieren und herauszufiltern, was wirklich relevant ist – für ganz normale Menschen, nicht für Ingenieur:innen oder IT-Fachleute.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

In AI Snake Oil nehmen Arvind Narayanan und Sayash Kapoor, zwei Informatiker aus Princeton, sehr präzise auseinander, welche KI-Versprechen funktionieren und welche schlicht Scharlatanerie sind. Sinngemäß schreiben sie, dass das Wort „KI“ inzwischen so vage ist wie das Wort „Fahrzeug“ – man könnte damit ein Fahrrad meinen oder eine Rakete, und die Debatte wird dadurch völlig sinnlos. Ich denke an diesen Satz, wenn ich wieder eine Schlagzeile lese, die behauptet, KI werde entweder die Welt retten oder vernichten. Vielleicht sollten wir zuerst mal fragen: Welche KI? Für wen? Unter welchen Bedingungen? Die unbequemen Fragen sind fast immer die richtigen.

Vielen Dank für das Interview, liebe Barbara, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Buchprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen: Barbara Oberrauter-Zabransky, Autorin

Zur Person/über mich: Barbara Oberrauter-Zabransky bringt KI dahin, wo sie hingehört: mitten ins Leben. Als Journalistin, Trainerin und Gründerin der KI Academy in Wien übersetzt sie Technik in Menschensprache und macht ChatGPT, Midjourney & Co. für alle zugänglich. In ihren Workshops zeigt sie, wie man der KI mit Köpfchen begegnet, statt sich von ihr einschüchtern zu lassen. Ihr Motto: Wer neugierig ist, braucht kein Informatikstudium. Nur einen Laptop – und vielleicht eine Prise Humor. (Pressetext/Verlag)

Buchneuerscheinung von Barbara Oberrauter-Zabransky:

Die KI kann mich mal

Das perfekte Buch für alle, die sich um die Auswirkungen von künstlicher Intelligenz sorgen oder noch nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Barbara Oberrauter-Zabransky räumt auf mit KI-Mythen, Technik-Hype und diffusen Ängsten – und erklärt lebensnah und mit journalistischer Neugier, was KI-Tools wie ChatGPT wirklich können, wo ihre Grenzen liegen und wie wir sie sinnvoll nutzen.

Ob im Büro, im Klassenzimmer oder zu Hause: Wer verstehen will, wie künstliche Intelligenz funktioniert und wie sie unseren Alltag bereits verändert, findet hier Orientierung. Statt Schwarz-Weiß-Malerei gibt es fundiertes Wissen, konkrete Beispiele und eine Einladung zum Mitdenken. Ein Wegweiser für alle, die KI nicht den Konzernen oder Maschinen überlassen wollen, sondern selbst gestalten möchten, was kommt. (Pressetext/Verlag)

Barbara Oberrauter-Zabransky _ Die KI kann mich mal_ Kremayr & Scheriau

Paperback, Klappenbroschur mit Farbillustrationen

296 Seiten, Format 13,5 x 21,5

1. Auflage, Kremayr & Scheriau 2026

ISBN: 978-3-218-01497-7

25,00 € inkl. MwSt.

Fotos: portrait-oberrauter-zabransky_barbara__www.biancakuebler.com; Cover _ Verlag.

3.3.2026_Interview_Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

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