„siebzehn“ Michael Georg Bregel. Gedichte. Neue Cranach Presse, 2026

Der Berliner Autor, Übersetzer, Redakteur und Künstler Michael Georg Bregel ist einer der spannendsten wie vielseitigsten Schriftsteller, Künstler der Gegenwart. Spannende Projektideen und Kooperationen zeichnen seinen Werdegang aus.

Nun beginnt der in Berlin lebende Autor sein Kunstjahr mit einem ganz besonderen Lyrikband, der in der Tradition der japanischen Haiku Gedichte (drei Zeiler/konzentrierte Silbenform 5-7-5) 150 Poems seiner jüngeren Texte zusammenfasst und in Titel ordnet.

Der enge Konnex der Haikutradition von Wort und Natur in der Verdichtung von Existenz, Emotion, Reflexion in fokussierter Formsprache macht den Zauber und Reiz dieser Kunstform aus, dem der vorliegende Band in individueller Note Ausdruck verleiht.

Der Autor versteht es sprachlich ganz außerordentlich intensiv, ansprechend wie mitreißend zwischen Natur, Ich, Existenz-, Sinndimensionen zu oszillieren und dabei ganz fein in Beobachtungen, Wahrnehmungen im Wechselspiel von Außen und Innen, Innen und Außen, Beobachtungen der Welt zu teilen, Fragen zu stellen und Leserin und Leser poetisch zu inspirieren. Dabei ist die Existenzdimension des Hoffenden, Mutigen, Aufbrechenden ein Charakteristikum. Leben in allen Facetten, Zeitqualitäten hat den Keim, die Knospe des Morgens in sich und die Sprache ist ein Wegbereiter, Wegbegleiter dieser Entdeckungsreise zu immer neuen Lebens- und Weghorizonten.

Jahr

drei knospen im strauch

noch fest in sich verschlossen

sie warten auf licht

Die Ausgabe selbst ist wie eingangs erwähnt eine der wunderbaren Kunstkooperationen des Autors – Der Gedichtband ist in Nepal-Papier gesetzt, von Ingo Cesaro im Bleisatz handbetitelt und von Gisela Gülpen per Durchstichbindung von Hand gebunden. Ein poetisch-sinnliches Erlebnis rundum.

„Ein Gedichtband als poetisches Fanal der Aufmerksamkeit und der Hoffnung gegen die walzende Viel- und Lautsprache der Zeit.“

Walter Pobaschnig 2/26

https://literaturoutdoors.com

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