entwurzelte schatten _ vertonte Gedichte / poèmes mis en musique _ Paul Éluard, Jakob Leiner (Herausgeber und Übersetzer) _ Radius Verlag 2025

Streunerin mit gläserner Stirn

streunerin mit gläserner stirn

ihr Herz schreibt sich in einen schwarzen stern

ihre augen zeigen ihren kopf

ihre augen haben die frische des Sommers

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(Streunerin mit gläserner Stirn _ entwurzelte schatten/Radius Verlag 2025)

Es ist eine ganz besondere Literaturedition, welche der so facettenreiche Freiburger Autor, Jakob Leiner, hier in zweisprachiger Übersetzung vorlegt. Die Welt und phantastische Eindringlichkeit des Surrealismus treffen dabei beeindruckend in ihrer poetischen Form auf Leserin und Leser.

Der als einziger Sohn des Immobilienmaklers Clément Grindel und der Schneiderin Jeanne-Marie Grindel (geb. Cousin) Paul Éluard (Eugène-Émile-Paul Grindel * 14. Dezember 1895 Paris +18. November 1952 Charenton-le-Pont/Paris) veröffentlichte bereits im Alter von achtzehn Jahren erste Gedichte. 1917 lernt er bei einem Kuraufenthalt seine spätere erste Frau Gala kennen, die ihm zur verlässlichen Unterstützerin und Begleiterin am weiteren künstlerischen Weg wird. Dieser bringt ihn in der Aufbruchsepoche des Surrealismus in engem Austausch zu bildenden Künstlern und bedeutenden Malern wie Max Ernst, Pablo Picasso, Man Ray, Joan Miró oder Salvador Dalí. Paul Éluard wird zum organisatorischen Unterstützer und auch in vielem Angelpunkt surrealistischer Kunstproduktion. Er wird zur kontinuierlich produktiven wie eigenständigen lyrischen Stimme, auch in schwierigsten Kriegszeiten (er schließt sich der Resistance an). Sein Gedicht Liberté wird in tausenden Flugblättern von englischen Flugzeugen über dem besetzten Frankreich abgeworfen. 1952 starb Éluard an einem Herzinfarkt und wurde auf dem Friedhof Père-Lachaise in Paris beigesetzt. Am 2. April 2007 wurde nach dem facettenreichen wie mutigen Dichter ein Asteroid (15752) benannt.

Das lyrische Werk Éluard zeichnet sich in einer sehr eigenständigen Sprachform- wie -variation aus, die in Phantasie, Sehnsucht und Hoffnung, Leben, Liebe und Gesellschaft zu verbinden und zu durchdringen sucht. Der Schriftsteller ist ein Botschafter und Erneuerer in Wort, Sprache und menschlichen Formen von Gemeinschaft. Die Nähe zur Musik scheint dabei vorgezeichnet, wobei diese kein unmittelbares Kennzeichen des Surrealismus ist.

Der vorliegende Gedichtband, in einer wunderbaren Neuübersetzung des Freiburger Schriftstellers und Herausgebers Jakob Leiner, präsentiert nun aber eine ganz besondere künstlerische Kooperation und Inspiration, in welcher der Komponist Francis Poulenc ausgewählte Gedichte Éluards in Klavierlieder und Chorzyklen aufnimmt. Diese vertonten Gedichte, Ausdruck einer sehr tiefgehenden Zusammenarbeit, sind nun zweisprachig französisch/deutsch zugänglich und eröffnen ganz ergreifende wie spannende Horizonte lyrischer Sprache in der Epoche des Surrealismus an den Schnittstellen von Literatur und Musik.

„Die einzigartige poetische Stimme des Surrealisten Paul Éluard in hervorragender Neuübersetzung, ein Buchereignis erster Klasse!“

entwurzelte schatten

vertonte gedichte / poèmes mis en musique

Paul Éluard, Jakob Leiner (Herausgeber und Übersetzer) _ Radius Verlag

Seiten: 152

Jahr: 2025

Größe: 21 x 13 cm

Einband:Hardcover

ISBN:  978-3-87173-566-0

18,00 € *

Walter Pobaschnig 1/26

https://literaturoutdoors.com

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