„Eine Sexarbeiterin erzählte mir, dass sie einen Juwelier geheiratet hatte“ Elisabeth de Roo, Sängerin & Schauspielerin _ Give Peace A Chance _ Obsteig/Tirol 19.4.2025

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„Eine Sexarbeiterin erzählte mir, dass sie einen Juwelier geheiratet hatte. Während ihr Mann mit ihrem Beruf kein Problem hatte, war die Nachbarschaft sehr besorgt. Also jetzt nicht um die Frau, sondern um den guten Ruf der Nachbarschaft. Es war schließlich ein sittsamer Ort. Die Nachbarn meinten, dass die Frau – nun, da sie glücklich verheiratet war – sie doch endlich eine „anständige“ Tätigkeit aufnehmen könne. Als die Frau die Einfahrt ihres Hauses fegte, sprachen sie die Nachbarn an:

„Und, was machen Sie jetzt?“

Sie lächelte und antwortete: „Ich tue das, was ich am besten kann: Ich kehre vor meiner eigenen Haustür.“ 

Wenn wir alle ein wenig mehr vor der eigenen Haustür kehren würden – wie diese Frau –, dann, glaube ich, wäre dem Frieden im Kleinen wie im Großen sehr geholfen.

Elisabeth de Roo, Sängerin & Schauspielerin 18.4.2025

Gespräch von Elisabeth de Roo im Zuge ihrer Stückentwicklung: „Kein leichtes Mädchen. Käuflicher Liederabend“ Schauspiel in zwei Akten – von und mit Elisabeth de Roo

Elisabeth de Roo, Sängerin & Schauspielerin
Elisabeth de Roo (rechts) und Vyara Shuperlieva in der aktuellen Produktion „Kein leichtes Mädchen. Käuflicher Liederabend“ Schauspiel in zwei Akten – von und mit Elisabeth de Roo _
im ARTist’s, Schützgasse 16, 8020, Graz

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Elisabeth de Roo, Sängerin & Schauspielerin

Zur Person: Elisabeth de Roo

gab ihr Debüt als Susanna in „Sancta Susanna“ von Paul Hindemith unter der Leitung von Hans Graf im Konzerthaus Salzburg. David Garett buchte sie als Sängerin für einen TV- Auftritt auf ORF II. Sie war daraufhin mehrfach als Solistin im ORF zu sehen. Wolfgang Mitterer engagierte Sie für die Uraufführung seines Stücks „Couleurs De La Vent“. 2022 schrieb sie ihr erstes eigenes Stück „Kein leichtes Mädchen. Käuflicher Liederabend“, welches im Treibhaus Innsbruck 2023 uraufgeführt wurde und im Jahr 2024 unter anderem im Schauspielhaus in Salzburg und im ORF RadioKulturhaus in Wien zu sehen war. Im Herbst 2024 war sie Solistin beim Festival „Klangspuren“ in Schwaz und spielte am Theater ARTist’s in Graz die Uraufführung von „Herr Heinrich-der Hexenhammer“ Ihr zweites eigenes Stück „Liebes(film)Konzert“ feierte vor rund 250 Personen im Haus der Musik, Innsbruck Premiere und wird 2025 wiederaufgenommen.

„Kein leichtes Mädchen“ ging im Herbst 2024 in Kooperation mit der Tiroler Bildungsdirektion an die Oberstufen der Tiroler Gymnasien und wird 2025 u.a. am Theater ARTist’s in Graz (Neuinszenierungen), in der Villa Leon in Nürnberg und im Haus der Musik in Innsbruck zu sehen sein.

Elisabeth de Roo absolvierte ihren Master im Fach Lied und Oratorium an der Universität Mozarteum in Salzburg mit Auszeichnung. Ihren Bachelor für Immobilienwirtschaft absolvierte sie mit gutem Erfolg an der Fachhochschule in Kufstein. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten forschte sie empirisch und erhielt für alle Arbeiten die Beurteilung „sehr gut“.

AUSZEICHNUNGEN: – Bundes-Leistungsstipendium für Exzellenz – Österreichischer Musiktheaterpreis 2021 für das Projekt „Dreigroschenoper“ – beste Off -Theaterproduktion

Aktuelle Produktion von und mit Elisabeth de Roo:

„Kein leichtes Mädchen. Käuflicher Liederabend“ Schauspiel in zwei Akten – von Elisabeth de Roo.

im ARTist’s, Schützgasse 16, 8020, Graz

Datum: 25.04.2025 _ Uhrzeit: 20:00 – 21:30 Uhr

Die Sopranistin Elisabeth de Roo, die gerne außerhalb der etablierten Opern – und Konzerthäuser eigene künstlerische Pfade beschreitet, hat mit ihrem Stück „Kein leichtes Mädchen – ein käuflicher Liederabend“ Tabubrüche vollzogen, indem sie das für viele Menschen schmuddelig behaftete Gossenthema „Sexarbeit“ mit einem klassischen Kunstliedabend verbindet und andererseits die Seele und Verletzlichkeit jener Menschen zeigt, für die Sexarbeit manchmal Beruf, manchmal aber auch Berufung ist. Elisabeth de Roo hat für ihr Stück mit 98 Personen, die in der Sexarbeit tätig sind, gesprochen. Über ihr selbstbestimmtes Leben im Umgang mit Sexualität und über die gesellschaftlichen Barrieren, denen sie dabei alltäglich begegnen, denn das „Huren –Stigma“ trifft nicht nur die Sexarbeitenden, sondern auch deren Familien und Freunde. Auch der Vorwurf von Menschenhandel und bezahlter Vergewaltigung ist allgegenwärtig. Kaum jemand jedoch fragt, wie es dem Menschen, der diese für die Gesellschaft wertvolle „psychohygienische Arbeit“ anbietet, geht.

Elisabeth de Roo: „Die gleicherweise erschütternden wie berührenden Erzählungen dieser Menschen habe ich in einen Monolog zusammengefasst und diesen um 13 Kunstlieder erweitert. Einzelne Berichte der Sexarbeiter*innen fließen so zu einem Handlungsstrang zusammen und geben den verwendeten Kunstliedern eine ganz eigene Bedeutung. Es entstand die Geschichte einer jungen, alleinerziehenden und hochverschuldeten Mutter, die in der Sexarbeit eine Möglichkeit sieht, ihrer hoffnungslosen Situation zu entfliehen. Anfangs gelingt es ihr, ihren Beruf vor ihrem privaten Umfeld zu verbergen. Doch dann stellen ihr ihre Kinder folgende Frage: „Mama, was sind Hurenkinder?“. Der entwürdigende Begriff „Hurenkinder“ ist für mich deshalb so erschütternd, weil er offensichtlich auch im 21. Jahrhundert immer noch Anwendung findet. Ich verfolge das Ziel „die Seele“ und die Verletzlichkeit der Menschen zu zeigen, die mir ihre Geschichten erzählt haben. Das daraus entstandene Stück bietet den klassischen Kunstliedern eine neue Aufführungsform.“

„Kein leichtes Mädchen. Käuflicher Liederabend“ Schauspiel in zwei Akten – von Elisabeth de Roo.

Text/ Schauspiel/ Gesang: Elisabeth de Roo 

Am Klavier: Vyara Shuperlieva 

Regie und Ausstattung: Alexander Mitterer.

Erleben Sie die faszinierende Sopranistin Elisabeth de Roo, die mit ihrem mutigen Stück die Grenzen der Kunst erweitert! In „Kein leichtes Mädchen“ verbindet sie eindrucksvoll das Thema „Sexarbeit“ – für viele Menschen ein Gossenthema – mit klassischen Kunstliedern (Schumann, Rachmaninov etc.) und gibt den oft überhörten Stimmen der Sexarbeitenden eine Bühne. Nach Gesprächen mit 98 in der Sexarbeit tätigen Menschen entfaltet sich eine berührende Geschichte über Selbstbestimmung, gesellschaftliche Barrieren und die verletzte Seele einer alleinerziehenden Mutter. Das Theater im ARTist’s lädt Sie ein,Teil dieses einzigartigen Crossovers zu werden – ein Abend, der zum Nachdenken anregt und gesellschaftliche Relevanz besitzt! (Pressetext _ Theater im ARTist`s Kaendace)

Premiere am Freitag, 25.04. 2025 Beginn: 20 Uhr

im ARTist’s, Schützgasse 16, 8020, Graz

Uhrzeit: 20:00 – 21:30 Uhr

Weitere Vorstellungen:

Samstag, 26.04. um 20 Uhr

Sonntag, 27.04. um 17.30 Uhr

Freitag, 02.05. um 20 Uhr

Samstag, 03.05. um 20 Uhr

Sonntag, 04.05. um 17.30 Uhr

Donnerstag, 08.05. um 20 Uhr

Samstag, 10.05. um 20 Uhr

Sondervorstellung in Zusammenarbeit mit der Kunstuniversität Graz mit anschließender Podiumsdikussion zum Thema Sexarbeit am Freitag, 09.05. um 17.30 Uhr im Florentinersaal der Kunstuniversität Graz! 

Moderation der Podiumsdiskussion: Ulla Pilz

Theater im ARTist`s Kaendace
Hochsteingasse 15/13
8010 Graz

www.theaterkaendace.at

Fotos Portrait/Stück: Reinhold Sigl

Foto_Tür: Walter Pobaschnig

Walter Pobaschnig 18.4.2025

https:literaturoutdoors.com

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