„Granniges am Wegesrand, Spreu“ Christian Lorenz Müller, Schriftsteller _ Give Peace A Chance _ Salzburg 12.9.2024

GIVE PEACE A CHANCE

Granniges am Wegesrand, Spreu –
irrlichterte nicht noch
vor drei Monaten der Mohn
entflammt im Wind?

Pressballig das Stroh,
endlos stoppelig reihen sich
alle Septembertage, im Oktober, im November
chemisch weiß der Nebel, ein
erstickter Sommer, Krähiges über Furchen.

Aber die Silos sind voll, die Scheunen.

Chronos sichelt, doch im März, im April
hält er die Samen in der Hand,
alles verjüngt er, gelenkiges Licht
neigt sich über die Felder, so ist er,
Chronos, feinfingrig greift die Freude an
einem Tag im Frühjahr ins junge Korn. 

Christian Lorenz Müller, 10.9.2024

Christian Lorenz Müller, Schriftsteller

Give Peace A Chance_Akrostichon for peace

Christian Lorenz Müller, Schriftsteller

Zur Person/über mich: Geboren 1972 in Rosenheim/Bayern. Gelernter Trompetenmacher.
Lebt in Salzburg.

2010 erschien der Roman „Wilde Jagd“ (Hoffmann und Campe), für den der Autor 2012 mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet wurde. Müller erhielt einige weitere Preise und Stipendien, unter anderem den Georg-Trakl-Förderungspreis für Lyrik 2012. Weitere Romane: „Ziegelbrennen“ (2018), „Unerhörte Nachrichten“ (2020) und „Radieschen-Revolution“, sämtlich erschienen im Otto Müller Verlag, Salzburg.

Christian Lorenz Müller initiierte 2013 die Textgespräche, eine Schreibwerkstatt für werdende Autorinnen und Autoren. Gelegentlicher Rezensent, unter anderem für die Salzburger Nachrichten. Er schreibt für den Lyrikblog Der goldene Fisch und ist Mitglied des Nature-Writing-Kollektivs dns – die natur schreibt. Von 2015 bis 2022 verantwortete er den Prosateil der deutschen Literaturzeitschrift Konzepte.

Christian Lorenz Müller (christian-lorenz-mueller.de)

Aktueller Roman von Christian Lorenz Müller:

Ein Umkreisen der zentralen Frage:
Ist es in unserer Gesellschaft noch möglich, eine uneigennützige, vorraussetzungsfreie Freude am eigenen Tun zu haben?

Gerd ist nicht gerade begeistert, als seine Freundin Elfi ein Beet in einem Gemeinschaftsgarten mietet. Trotzdem geht er ihr zur Hand und stellt verwundert fest, dass er einen grünen Daumen hat. Bald schon bindet er voller Eifer Tomaten auf, setzt Kartoffeln und siebt Kompost. Als eine Nachbarin eine skurrile Intrige gegen den Garten anzettelt, zögert er nicht, vehement gegen sie vorzugehen – was aber nur dazu führt, dass Elfi und er kurzerhand des Gartens verwiesen werden. Angespornt durch diese Niederlage gelingt es ihm, am Stadtrand ein neues Grundstück zu pachten, auf dem er den Gemeinschaftsgarten seiner Träume errichten will. Die bunte Truppe, die sich zusammenfindet und Beete anlegt, Hackschnitzel verteilt sowie eine Hütte aufstellt, erfüllt Gerd ganz mit Glück und Stolz, während Elfi realistisch bleibt: Schon die erste Ernte besteht nicht nur aus Karotten, Brokkoli und Kraut, sondern auch aus Neidwurz, Eifersuchtskartoffeln und Lästermelisse. Als Gerd endlich aus seinem idealistischen Traum erwacht, muss er erkennen, dass seine grüne Utopie verloren ist, wenn er sie nicht entschlossen verteidigt.

In einer kräftigen, bildreichen Sprache erzählt Christian Lorenz Müller von der Sehnsucht nach einer Welt, die durch das eigene Handeln ein klein wenig besser wird – und von Wünschen und Überzeugungen, die nur mit einer gehörigen Portion Realismus Wirklichkeit werden können.

https://www.omvs.at/buch/radieschen-revolution/

Radieschen-Revolution, Christian Lorenz Müller, Roman, Otto Müller Verlag

Veröffentlichung: 08/2024

ISBN: 978-3-7013-1320-4

252 Seiten, kartonierter Pappband

Preis: € 26

E-Book: € 21,99

Foto_Portrait: Johannes Amersdorfer

Walter Pobaschnig _ 10.9.2024

https://literaturoutdoors.com

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