„Die Welt wäre besser, wenn Menschen dankbarer wären“ Bernadette Nemeth, Schriftstellerin _ Breitenbrunn/Neusiedler See 28.5.2024

Liebe Bernadette Nemeth, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Mein Tagesablauf ist jeden Tag unterschiedlich. Das würde manche Menschen nervös machen, ich bin sehr froh darüber. Neben meiner Arbeit als Schriftstellerin arbeite ich in Teilzeit als Ärztin in einem Plasmaspendezentrum in Kittsee. Meine Kinder sind noch recht klein – worüber ich sehr froh bin, da die Zeit ohnehin viel zu schnell vergeht – und in jedem Fall ist mir ein gemeinsames Frühstück mit ihnen sehr wichtig.

Wenn ich einen Tag zum Schreiben reserviert habe, versuche ich, schon vormittags viel zu erledigen. Früher war ich kein Morgenmensch, das hat sich geändert. In der warmen Jahreszeit führt mich mein erster Weg auf einen kurzen Rundgang in meinen Garten, für den ich unheimlich dankbar bin. Dieser Check, ob alles wächst und gedeiht, beruhigt mich und gibt mir die innere Ruhe, die ich für kreatives Arbeiten brauche.

Bernadette Németh, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Wir sollten uns alle ein bisschen mehr auf Dankbarkeit besinnen.  Das ist – wie mir scheint – ein Begriff, der sehr aus der Mode gekommen ist. In Medien, Blogs, Werken wird sehr stark das Negative betont. Wir merken gar nicht, wie sehr uns das blockiert, weil es so viel Angst erzeugt. Dabei gibt es immer etwas, wofür man dankbar sein kann, und sei es nur, in der Früh aufgewacht zu sein. Unser Gehirn ist so gepolt, dass es Dankbarkeit und Angst nicht gleichzeitig empfinden kann. Die Welt wäre besser, wenn Menschen dankbarer wären.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Literatur sollte etwas „zum Mitnehmen“ bieten. Das muss nicht unbedingt oberflächlich sein. Auch für mich persönlich ist Literatur eine Möglichkeit, auf Probleme hinzuweisen, ich versuch jedoch stets, etwas Positives, einen Mehrwert für die LeserInnen, herauszufiltrieren.

Was liest Du derzeit?

„Fuchserde“ von Thomas Sautner aus dem Picus Verlag – zum zweiten Mal. Ein wunderbares Buch.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

„Die Wirklichkeit beginnt in deinem Kopf. Du schaffst sie jeden Tag aufs Neue. Wenn du ein Ziel mit  jeder Faser deines Herzens anstrebst, hat das Schicksal gar keine andere Wahl, als es dich erreichen zu lassen.“ (Aus „Fuchserde“, Thomas Sautner, Picus Verlag)

Bernadette Németh, Schriftstellerin

Vielen Dank für das Interview, liebe Bernadetteviel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich alles Gute! 

5 Fragen an Künstler*innen:

Bernadette Németh, Schriftstellerin

Zur Person_ Bernadette Grohmann-Németh wurde 1979 in Wien geboren und wuchs zweisprachig mit deutsch und ungarisch auf. Von Kindheit an schrieb sie Texte (Prosa und Lyrik) für Zeitschriften und Anthologien und nahm an zahlreichen Schreibwettbewerben teil. Neben dem Medizinstudium und ihrer Arbeit als Medizinjournalistin gewann sie 2001 den 2.Preis bei einem Kurzgeschichten-Schreibwettbewerb der Zeitschrift „Wienerin“. 2010 erschien ihr erster Kurzgeschichten-Band „Der zweite Blick“ – noch unter ihrem früheren Namen Bernadette Németh, inspiriert durch Reisen nach Mittelamerika und Mexiko. 2011 gewann die Medizinerin mit ihrer Kurzgeschichte „Der Wunsch“ den 1. Platz beim Literaturwettbewerb der Menschenrechtsinitiative „With (he)art against fgm“ in der Kategorie Prosa.

2013 gewann sie beim internationalen Sophie-Kinsella-Schreibwettbewerb, Goldmann-Verlag, einen Platz unter den ersten 10 Gewinnertexten. Ihre Geschichte „Ein Glücksfall“ wurde im e-book „Ein Kuss, der mein Leben verändert hat“ veröffentlicht.

Ebenso 2013 erschien ihr erstes Kinder- und Jugendbuch, ein humoristisches „Mut-mach-Buch“ für kranke Kinder im Spital, „Elmedin und der Zaubertukan“. Im Dezember 2013 wurden zwei Gedichte der Autorin in der Lyrik-Anthologie „Mein wilder Traum gegen die Zeit“, Elif-Verlag, veröffentlicht. Es folgten Veröffentlichungen in den Literaturzeitschriften Driesch und Reibeisen.

Im Jänner 2017 Veröffentlichung des Debütromans „Der Rest der Zeit“, Wortreich Verlag. Im August 2017 Platzierung beim Forum Land Literaturpreis Niederösterreich. November 2017 Platzierung beim Lyrikwettbewerb Art Experience in Baden.

Im März 2019 erschien ihr erstes Sachbuch, der Reiseführer „111 Orte für Kinder in Wien, die man gesehen haben muss“ im Emons Verlag, im Jahr 2021 dann der Reiseführer „111 Orte rund um den Neusiedler See die man gesehen haben muss“.

Bernadette Németh _ 111 Orte rund um den Neusiedler See, die man gesehen haben muss
Broschur
ca. 240 Seiten
ISBN 978-3-7408-2157-9
18,00 € [DE] 18,60 € [AT]
Erscheinungsdatum: 27. Juni 2024

https://emons-verlag.de/p/111-orte-rund-um-den-neusiedler-see-die-man-gesehen-haben-muss-7142

Kürzlich erschien neben dem Krimi „Neusiedler Tod“ (Gmeiner Verlag) die 3., überarbeitete Neuauflage ihres Reiseführers, „111 Orte rund um den Neusiedlersee, die man gesehen haben muss“ .

Im Sommer 2024 erscheint ihr nächster Roman „Wunschnovelle“, ein Liebesroman über einen Pianisten beim Verlag Edition Lex Liszt, derzeit arbeitet sie an einem weiteren Roman über ungarische Zwangsarbeiter in der NS-Zeit, für den sie 2020 ein Arbeitsstipendium der Stadt Wien bekam (Arbeitstitel derzeit „Der Ruf der Kraniche“).

Für 2025 ist der historische Roman „Das kleine Weingut am Neusiedler See“ im Gmeiner Verlag geplant.

Bernadette Németh lebt und arbeitet in Breitenbrunn am Neusiedler See. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Publikationsliste Bernadette Németh, Literatur (Belletristik, Lyrik, Sachbuch)

Geplant für 2025: Historischer Roman im Gmeiner Verlag (AT „Das kleine Weingut am Neusiedler See“)

Geplant für 2024: Weiterer historischer Roman „Der Ruf der Kraniche“, sowie Roman „Wunschnovelle“ im Verlag Edition Lex Liszt, weiters der Relaunch des Reiseführers „111 Orte rund um den Neusiedler See die man gesehen haben muss“ im Emons Verlag

-02/24 Krimi „Neusiedler Tod“ (Gmeiner Verlag)

-09/23 Teilnahme an der Publikation „Junge Literatur Burgenland Band 7“ im Verlag Edition Lex Liszt

-02/21 Sachbuch „111 Orte rund um den Neusiedler See die man gesehen haben muss“,  Emons Verlag

-2020 Arbeitsstipendium der Stadt Wien (einmalig 1000 Euro) für den Roman „Der Ruf der Kraniche“ (über ungarische Zwangsarbeiter in der NS-Zeit), erscheint 2024 im Picus Verlag

-07/19 Vortrag von vier Gedichten von Bernadette Németh, „Kirschbaum“, „Der Platz“,

„Warten“ und „Berührung“ von der Schauspielerin Katharina Stemberger im Rahmen

der Literaturmatinée Lampacher Literaturforum Edlitz am So, 7.7.19 in Edlitz

– 03/19 Sachbuch „111 Orte für Kinder in Wien die man gesehen haben muss“, Emons Verlag

– 09/18 Wiederauflage des Kinderbuches „Elmedin und der Zaubertukan“ im Renate Götz Verlag

– 11/17 Platzierung (6.Platz) Lyrikwettbewerb der Art Experience 2017, Gedicht „Oktober“

– 07/17 Platzierung beim Forum Land Literaturpreis, Land Niederösterreich, Gedicht

„Kirschbaum“ und Veröffentlichung in der Anthologie „Durst“

– 01/2017 Debütroman „Der Rest der Zeit“, Verlag Wortreich, Wien

– 10/14: Text „Spinnwebfaden“ im Literaturmagazin „Reibeisen“ 31/2014 , Literaturkreis Kapfenberg, 31/2014

– 12/13: Text „Kristall“ in der Zeitschrift für Literatur & Kultur DRIESCH Nr. 16

(Lesung am 10.12.13 in der Geologischen Bundesanstalt Wien)

– 12/13: Veröffentlichung & Vertonung des Gedichtes „Hoffnung“, Literarischer Adventskalender, 1001 Buch

– 11/13: 2 Gedichte („Taucher“, „Sanduhrentraum“) in der Lyrik-Anthologie „Mein wilder Traum gegen die Zeit“, Elif-Verlag, Nettetal

– 2/13: „Ein Kuss, der mein Leben verändert hat“ – Anthologie mit der Gewinner-

Kurzgeschichte „Ein Glücksfall“, Sophie-Kinsella-Schreibwettbewerb, Goldmann- Verlag

– 4/13: „Elmedin und der Zaubertukan“, Mut-Buch für kranke Kinder, Dortmund-Verlag

-2/13 : Platzierung unter den ersten 10 Gewinnertexten beim Sophie-Kinsella-

Schreibwettbewerb, Goldmann-Verlag, Kurzgeschichte „Ein Glücksfall“ / Thema „Ein Kuss, der mein Leben verändert hat“

3

– 2/12: 1. Preis beim Kurzgeschichtenwettbewerb der Menschenrechtsorganisation „With (he)art against FGM, Kurzgeschichte „Der Wunsch“, Thema: „Mein Körper gehört mir“

– 4/10: Kurzgeschichtenband „Der zweite Blick“, ACABUS-Verlag, Hamburg

– 1/10: Gedicht „Der Baum“ für das Projekt „Wortkraft-Kraftwort – Poesie und Prosa für den Spitalsalltag auf der Homepage des Krankenhauses SMZ Ost

– 12/08: Kurzgeschichte „Sommernachtstraum“, Anthologie Querschnitte 2008, Novum Verlag

– 10/01: 2. Platz beim Kurzgeschichten- Schreibwettbewerb der Zeitschrift „Wienerin“, Text „Sommernachtstraum“/Thema: „Sommernachtstraum“

Darüber hinaus: Zahlreiche Artikel als Medizinjournalistin in diversen Journalen und Zeitungen, populärmedizinische Artikel und Gastkommentare in Print- und Onlinemedien (Standard Online, Presse, Profil, Wiener Zeitung…. )

Fotos_ Sabine Klimpt

Walter Pobaschnig _ 13.5.2024

https://literaturoutdoors.com

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