„Zu schreiben, egal, ob man sich die Zeit „leisten“ kann.“ Samia Susann Trabolsi, Schriftstellerin _ Berlin 27.11.2023

Liebe Samia Susann Trabolsi, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Arbeite in einem Brotjob, schreibe abends, bewerbe mich für Förderungen, damit ich schreiben kann ohne Brotjob, halte Kontakt zu den Agenturen.

Samia Susann Trabolsi, Schriftstellerin

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Als Mensch: Empathie für Israel und Gaza parallel nachzuempfinden und zu äußern – ohne zu vergleichen.

Als Autor: Zu schreiben, egal, ob man sich die Zeit „leisten“ kann. Wir brauchen alle Stimmen der Gesellschaft. Immer.

Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Literatur, der Kunst an sich zu?

Mut, Unabhängigkeit, verschiedene Sichtweisen, Apell, wenn man appellieren will.

Was liest Du derzeit?

Alles von Modiano. F. Sagan, Ocean Vuong, Veronique Olmi.

Aufzeichnungen aus Jerusalem (Comic), Benjamin Stein- die Leinwand.

Und: Die Briefe meiner Familie.

Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?

Der Kluge gibt keinen unerbetenen Ratschlag, der Weise nicht einmal den erbetenen.

Vielen Dank für das Interview, liebe Samia, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Literaturprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

5 Fragen an Künstler*innen:

Samia Susann Trabolsi, Schriftstellerin

Zur Person Samia Susann Trabolsi,

journalistische Ausbildung beim NDR, Medienpreis »Sophie» für eine Radio-Serie, Drehbuchstudium an der Dffb, Drehbuchautorin beim NDR. Diverse Drehbuch-, Prosa- und Lyrik- Stipendien folgen. Zuletzt Teilnehmerin in der Lyrikklasse bei Martin Piekar und der Romanklasse des Münchener Literaturhauses.

Gerade schreibt sie an ihrem Debütroman „Ich, Sommertochter“ und hofft auf eine positive Zusage für ein Literaturstipendium des Senats.

Foto_privat

26.11.2023 _Walter Pobaschnig

https://literaturoutdoors.com

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