Liebe Elizabeth Dorner, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?
Ich bin momentan Schülerin des BORG für Kunst und Musik, Hegelgasse 12, 1010 Wien und in meinem Maturajahr. Das heißt sehr viel Schulstress. Zum Glück habe ich momentan Proben für unser Projekt „Nichts“, die mich ablenken und mir helfen für einen gewissen Zeitraum alles auszublenden und voll in meine Rolle einzutauchen. Außerdem treffe ich mich gerne mit Freunden und höre Musik. Wenn es sich ergibt spiele ich auch ab und zu Basketball, Klavier und Tanze.

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?
Zusammenhalt und Freundlichkeit. Es sind schwierige Zeiten. Auch wenn Österreich nicht direkt von den Naheliegenden Konfilkten betroffen ist, sind wir es jedoch indirekt. Meine Oma ist derzeit in Kiew und ich wünsche mir nichts mehr als, dass es ihr gut geht und dass sie nicht alleine ist. In solchen Zeiten müssen wir zusammenhalten und Freundlichkeit verbreiten, vorallem weil es viele Menschen gibt die gerade schwierige Zeiten durchmachen und ein bisschen Freundlichkeit könnte ihren Tag ausmachen.
Vor einem Aufbruch und Neubeginn werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei dem Theater/Schauspiel, der Kunst an sich zu?
Vor einem bevorstehenden Neuanfang, sei es gesellschaftlich oder persönlich, stehen wir vor zentralen Herausforderungen. Wichtig ist eine klare, gemeinsame Vision für die Zukunft, die auf Prinzipien wie Gerechtigkeit und sozialem Zusammenhalt basieren. Kunst, insbesondere Theater und Schauspiel, spielt eine bedeutende Rolle. Diese Formen der kreativen Ausdrucksweise haben die einzigartige Fähigkeit, Geschichten zu erzählen und Emotionen hervorzurufen, was die Kommunikation und das Verständnis in der Gesellschaft vertieft. Sie dienen als Spiegel für gesellschaftliche Fragen und regen dazu an, über diese nachzudenken.
Was liest Du derzeit?
Jetzt gerade lese ich „Girl in Pieces“ von Kathleen Glasgow. Das Buch spricht Tabuthemen wie Suizid und Selbstverletzung an, die für die heutige Jugend sehr wichtig sind. Die Hauptfigur Charlotte hat mit ihren inneren Dämonen zu kämpfen und ich finde, dass sich viele mit Charlotte identifizieren können.
Welches Zitat, welchen Textimpuls möchtest Du uns mitgeben?
Zum einen würde ich gerne ein Zitat aus dem Stück „Nichts“ von Janne Teller teilen, in dem ich gerade spiele.
„Und wenn es nicht wehtun würde, wäre es ja auch nichts von Bedeutung.“
Dieses Zitat bringt mich jedesmal zum Nachdenken. Im ganzen Stück wird die Bedeutung immer wieder aufs Neue in Frage gestellt und wenn es die Bedeutung wirklich gibt, sollte sie dann wirklich wehtun?
Zum anderen würde ich auch gerne ein Zitat von Marcus Aurelius teilen.
„Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab“
Dieses Zitat betont die Macht unserer eigenen Gedanken und wie sie unser Glück beeinflussen. Es erinnert mich daran, wie wichtig es ist, positiv und optimistisch zu denken und wie sehr das mein Leben beeinflussen kann.
Vielen Dank für das Interview, liebe Elizabeth, viel Freude und Erfolg weiterhin für Deine großartigen Schauspielprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!
5 Fragen an Künstler*innen:
Elizabeth Dorner, Schauspielerin
Zur Person _Ich heiße Elizabeth Dorner und bin 17 Jahre alt. Derzeit bin ich Schülerin am BORG für Kunst und Musik, Hegelgasse 12, 1010 Wien mit Schwerpunkt Tanz, Schauspiel, Musik und Vokal.
Ich spiele Theater und bin auch ab und zu im Filmbereich tätig. Außerdem spiele ich Basketball, tanze, spiele Klavier und singe.
Foto_privat
8.11.2023 _Walter Pobaschnig