„Ehinger Tor Utopien“ Marco Kerler. Gedichte. Rodneys Underground Press.

„Manchmal wäre es gut einen Schirm

  mitzunehmen manchmal wäre es gut

  sich vorzubereiten auf den Tag…“

  (Nieselregen 28.10., Ehinger Tor Utopien, Marco Kerler)

Da ist die Haltestelle am Morgen. Das Warten. Das Beobachten. Das Licht der Sonne und die Schatten. Und da sind die Worte. Gehen auf die Reise. Von Innen nach Außen. Und von Außen nach Innen. Von der Haltestelle des Lebens aus. Im Moment. Direkt. Ein Bogen und ein Pfeil. Aus und in der Mitte…

Der in Ulm lebende Schriftsteller Marco Kerler legt mit „Ehinger Tor Utopien“ einen Gedichtband vor, der in Aufmerksamkeit, Direktheit und Impuls beeindruckt. Der Mensch in seinem täglichen Anspruch von Weg und Aufgabe, welches ganz unmittelbarer Ausgangspunkt und Mitte der Gedichte (Ehinger Tor ist eine zentrale Bushaltestelle in Ulm) ist, nimmt sich Zeit an Stationen, dem Warten, zu sehen, zu beobachten, wahrzunehmen. Die Gedanken und inneren Bewegungen sind dabei Bestandsaufnahme wie Sinnhorizont. Die Station am Arbeitsweg wird zur Metapher, zur Utopie von hier und jetzt. Zur Verbindung in der Bewegung des Lebens.

Der Autor versteht es eindrucksvoll Poesie als Ausdruck und Frage nach Mensch und Gegenwart in eine Sprachform zu setzen, die immer direkt  Situation und Moment verbindet und zugleich Horizonte der Assoziation öffnet. Der Autor setzt einen Wort-Bild Dialog in Polaroidaufnahmen (Sofortbildkamera), der passender nicht sein könnte. Das Sofortbild der Kamera entspricht dem Gedankenmoment an der Haltestelle. Da die Sprache, die Poesie und da das Bild. Beides eine Haltestelle am Weg. Das Flüchtige wie das Bleibende. Eine Begegnung am Weg. Bestes poetisches Vademecum, welches hier zueinander findet. Eine geniale Idee und künstlerische Umsetzung!

Der Gedichtband selbst verbindet im Druckformat zwei Titelzyklen, „Ehinger Tor Utopien“ und „Abfahrtszeiten“, die von vorne wie von hinten beginnen. Auch dies eine spannende Idee und Symbolik, die Thema und Sinn ins Herz treffen.

Der große Sinn des Autors für Form und Ausdruck in Sprache/Bild/Drucksatz ist hervorzuheben und beeindruckend!

„Poesie als ganz stark pochender direkter wie hintergründiger Pulsschlag, der überspringt und zu begeistern weiß“

Walter Pobaschnig 2_21

https://literaturoutdoors.com

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