„Ambivalenz ist ok – don`t judge yourself“ Sophia Hörmann_Performerin_Wien 16.5.2020

Liebe Sophia, wie sieht jetzt Dein Tagesablauf aus?

Inzwischen hab ich mich etwas eingelebt. Mach meine online Workouts, gehe viel spazieren, beobachte ein bisschen die Leute, das mach ich überhaupt sehr gerne. Ich hab mich in den letzten Wochen wie ein Gangster gefühlt, wenn ich raus gegangen bin. Bücher stapeln sich auch schon.

 

Was ist jetzt für uns alle besonders wichtig?

Gegenseitige Wertschätzung, Anerkennung und Solidarität. Schon sehr oft gesagt, aber trotzdem sag ich es auch nochmal. Vor allem in der Tanz und Performance Szene gibt es sehr viel Unklarheit, existenzielle Sorgen und Ängste. Ich persönlich habe das Glück eine Anstellung an einer Musikschule zu haben, die mich finanziell auffängt. Es gibt da gerade eine Petition, die ich gerne erwähnen möchte, sie heißt „Rescue the Arts“ und wurde von der Wiener Perspektive, der IG Freie Theater und der Wiener Freien Performance Szene initiiert: „Die Kultur- und Kreativbranche, insbesondere die darstellenden Künste, sind diejenigen, die als erste die Maßnahmen zur Eindämmung der COVID-19-Pandemie zu spüren bekommen haben. Zudem werden sie wohl auch die letzten sein, die zu ihren normalen Arbeitsbedingungen zurückkehren können.“ Man ist herzlich eingeladen, sich das mal durchzulesen.

 

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Vor einem Aufbruch werden wir jetzt alle gesellschaftlich und persönlich stehen. Was wird dabei wesentlich sein und welche Rolle kommt dabei der Kunst an sich zu?

Eine Art Neubeginn wäre schön, aber ich weiß nicht ob das so stattfinden wird. Künstler*Innen und Beschäftigte im Kunst- und Kulturbereich haben bereits ein hohes Maß an Solidarität untereinander gezeigt sowie Kreativität im Umgang mit der Krise. Hier möchte ich nochmal „Rescue the Arts“ zitieren: „Aber es liegt ganz klar an den Regierungen, den Kunstsektor zu retten.“ Dass Künstler*Innen weiterhin wie Seismographen Dinge aufgreifen und thematisieren, darüber mache ich mir keine Sorgen. Wir brauchen aber vermutlich „ein langfristiges, flexibles und direktes Fördersystem, welches die Möglichkeit bietet, schneller künstlerisch auf (aktuelle) Situationen zu antworten.“

 

Was liest Du derzeit?

Stoner“ von John Williams und „Ein sanfter Tod“ von Simone de Beauvoir vorm schlafen gehen, nicht gerade die beste Abendlektüre, aber ich bin eh eher nachtaktiv.

 

Welchen Impuls aus Deinen Performanceprojekten möchtest Du uns mitgeben?

Aufs Bauchgefühl und die eigene Intuition zu hören ist immer gut, glaube ich. Ambivalenz ist auch ok, aber don´t judge yourself.

 

Vielen Dank für das Interview liebe Sophia, viel Freude und Erfolg für Deine großartigen Performance- und Kunstprojekte und persönlich in diesen Tagen alles Gute!

 

5 Fragen an KünstlerInnen:

Sophia Hörmann, Performance Künstlerin

https://www.sophiahoermann.com/

https://mein.aufstehn.at/petitions/rettung-der-kunste-rescue-of-arts

Foto_Walter Pobaschnig

 

 

13.5.2020_Interview_Walter Pobaschnig. Das Interview wurde online geführt.

https://literaturoutdoors.com

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