„Gebrauchsanweisung fürs Museum“ Konrad O.Bernheimer. Piper Verlag.

 

„Gebrauchsanweisung fürs Museum“ Konrad O.Bernheimer. Piper Verlag.

Der Tag im Museum. Lange geplant oder spontan beim Spaziergang zuhause oder auf Reisen. Etwas Besonderes und so viele Eindrücke, die nun umgeben. Aus dem Alltag nehmen und zum Sehen wie Nachdenken einladen. Aber auch eine Fülle, die Möglichkeiten des Wahrnehmens und Verstehens einfordert. Eine Welt, die Eingänge und Wege hat, die nun zu gehen sind. Wunderbare wie große Weite. Doch gibt es grundsätzliche Wegweiser für diese besonderen Orte und Wege? Gibt es so etwas wie eine Gebrauchsanweisung für das Museum?

Konrad O.Bernheimer, langjähriger Galerist und Kunsthändler, unter anderem in London, ist ein Kenner von Museen und ihren Schätzen, Geheimnissen und vielfältigen Wegen und Inspirationen. Der Autor ist schon von Kindesbeinen an mit Kunst und deren Präsentationen vertraut. Sein Großvater besuchte mit ihm regelmäßig die Museen in München und bald war das selbstbewusste Interesse geweckt. Berührungsängste waren abgebaut und der Junge suchte sich seine Orte, Wege und Augen-Blicke im großen Kosmos der Kunst von Gemälden, Skulpturen…

Das vorliegende Buch Gebrauchsanweisung fürs Museum ist nun ein Nachdenken über den ganz persönlichen Weg des Kunstinteresses in Räumen der Präsentation weltweit. Es sind persönliche Lebensstationen, die mit Kunsterfahrungen verbunden sind und dem Autor gelingt es in einem großen Erzählbogen vom Gemälde zur persönlichen Wahrnehmung einzuladen und sich der Ansprache von Kunst zu öffnen. Es ist eine abwechslungsreiche Reise, die in Museumsräume weltweit eintreten lässt und dabei immer den Spielraum persönlichen Interesses offenlässt und zu einer individuellen wie mutigen Entdeckungsreise einlädt.

 

„Ein Buch, das Kunsträume und –wege spannend und facettenreich öffnet und zu persönlichen Entdeckungen einlädt.“

 

Walter Pobaschnig, Wien 10_2019

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Mauer – Uraufführung 7.11.2019, Theater Arche, 1060 Wien.

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Und da stehen Sie jetzt. Im Licht. Vor der Mauer. Geschlagen. Zusammen. Gebunden.

Dann beginnen die Erzählungen. Sprechen was zerstört, wenn eine Mauer gebaut wird. Da und dort. Damals und heute. 1961 oder 2019. Die Mitte einer Mauer ist immer dieselbe. Das Zerrissene ist dahinter. Das Verschwindende. Das Stürzende.

 

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Und das blind Tanzende. Das Begehrende. Vernichtende. Vor und hinter Mauern.

 

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Und die Flucht. Der Tunnel? Das Ankommen? Wo?

 

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Regisseur Jakub Kavin setzt in seiner Uraufführung MAUER ganz auf den Spannungsbogen von Schauspiel und Raum. Der Text wird dabei gleichsam zum Blitzlicht und fordert die starke körperliche Spielkraft des Ensembles in Bewegung und Figur. Ein Kunstgriff der Inszenierung, der sich so der historischen wie gegenwärtigen Thematik von Mauern/Grenzen zu stellen versucht. Und dies gelingt hervorragend! Das Theater wird zum packenden Möglichkeitsraum, der historische wie zeitgeschichtliche Dimensionen von MAUERN anhand von biographischen Skizzen und Assoziationen, von Lebensversuchen und Scheitern, öffnet. Es entsteht eine Aufmerksamkeit, die emotional anspricht wie mit- und nachdenken lässt. Das hervorragende Ensemble erzeugt ein Ereignisfeld, das erzählt wie konfrontiert. Ein Abend, der zeigt was Theater in Regie, Ensemble, Bühne/Technik zu leisten vermag, wenn es darum geht vom Menschen in Geschichte und Gegenwart und den Mauern aus Stein, Kopf und Herz zu erzählen.

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„Ein Theaterabend von gewaltiger Inszenierungs- und Spielkraft. Zweifellos ein Meisterstück.“

 

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MAUER

Regie und Dramaturgie: Jakub Kavin

Kostüme: Erika Farina

Musik: Bernhardt Jammernegg, Tom Jost und Maksymilian Suwiczak

Regieassistenz und dramaturgische Mitarbeit: Odilia Hochstetter

Regiehospitanz: Christina Schmidl

mit Pegah Ghafari, Eszter Hollosi, Bernhardt Jammernegg, Tom Jost, Jakub Kavin, Nagy Vilmos, Manami Okazaki, Agnieszka Salamon, Maksymilian Suwiczak und Ivana Veznikova

 

Theater Arche

Münzwardeingasse 2a, 1060, Wien.

 

Weitere Spieltermine:

7., 8., 9., 14., 25., 26., 28., 29., 30. November um 19:30

Zusatzvorstellung: am 3 Dezember um 19:30

 

Besprechung und alle Fotos_Walter Pobaschnig

 

 

„Munkey Diaries – Die privaten Tagebücher“ Jane Birkin, Penguin Verlag.

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„Munkey Diaries – Die privaten Tagebücher“ Jane Birkin, Penguin Verlag.

  1. Der Krieg und der Tod. Das Unvorstellbare Grauen, das Ende und doch auch die Hoffnung. Die Liebe und die Schönheit. Judy und David. Die Schauspielerin und der Soldat, der verwegen zwischen der Küste Englands und der Normandie kreuzt und das Leben von so vielen rettet. 1945 kommt ihr erstes Kind auf die Welt – Andrew.

Im Dezember 1946 kommt ihre erste Tochter. Es ist eine sehr schwere Geburt. Das Baby kommt viel zu früh. Es wird in eine Schachtel gelegt und auf die Heizung gestellt. Eine nasse Windel deckt es zu. Das Mädchen hat Kraft und Wille. Es überlebt. Und sie wird es so oft wieder tun…

Munkey, ein Plüschaffe in Jockeykleidung, ein Onkel hatte diesen bei einer Tombola gewonnen und dann Jane geschenkt – er wird nun zum ständigen Begleiter einer Kindheit, Jugend und dem Eintritt in die Welt des Films und der Musik. Der großen Liebe und der letzten Stunden dieser. Jane legt Munkey zu ihrem verstorbenen Mann dem Musiker Serge Gainsbourg mit in den Sarg. Es ist ein großer Teil von ihr, ein stiller Zuhörer in Erfahrungen und Herausforderungen eines bewegten Lebens. Doch die Erinnerungen an Munkey, der im Tagebuch-Schreiben über die Schulter blickt, bleiben. Und Munkeys Erinnerungen bleiben und können so vom Starleben und ganz persönlichen Momenten erzählen. Über die Lebensstationen von Jane Birkin, Schauspielerin („swimming pool“ 1969 mit Romy Schneider/Alain Delon) und Sängerin, die mit dem Duett „Je tàime moi on plus“ 1969 mit ihrem Mann und Komponisten Serge Gainsbourg für einen Skandal sorgte und einen Meilenstein moderner Pop Musik setze.

All darüber weiß Munky zu erzählen…

Eine fulminante autobiographische Lebens- und Zeitreise in Wort, Zeichnungen und Fotos. Stilistisch sehr aufmerksam gesetzt und mitreißend erzählt.

 

„Je tàime moi on plus – Leben und Liebe der Jane Birkin, großartig!“

 

Walter Pobaschnig 10_19

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